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Wie (un-)gesund ist Kaffee?

Die Verwendung der Kaffeebohne reicht weit in die Antike zurück. Und lange war er zwar als Genussmittel beliebt, aber als ungesund angesehen. Das ändert sich zusehends mehr.

Autor: Dr. Rosa Aspalter

Veröffentlicht: 14.10.2014 | 09:01

(© contrastwerkstatt - Fotolia.com)
(© contrastwerkstatt - Fotolia.com)

Kennen Sie die Geschichte vom Kaffeeexperiment des schwedischen Königs Gustav III.? Er wollte demonstrieren, dass Kaffee lebensgefährlich war. Zu diesem Zweck wählte er zwei Häftlinge aus und ließ den einen nur Tee, den anderen nur Kaffee trinken. Beide überlebten aber sowohl den überwachenden Arzt als auch den König selbst.  

Zunehmend mehr erkennt man die positiven Wirkungen der Kaffeebohne. Und unterschiedliche Wirkungen werden dabei auf unterschiedliche Inhaltsstoffe zurückgeführt. Das Wasser in den Bohnen, die Kohlenhydrate und die Proteine werden beim Rösten fast vollständig abgebaut. Aus den ätherischen Ölen entstehen die Kaffeeöle, die dem Kaffee das jeweilige Aroma verleihen. Das ist aber immer noch eine Mixtur aus über 1000 Substanzen! Die Gerbsäuren entscheiden über die Magenverträglichkeit des Kaffees, haben aber nichts mit dem Coffein zu tun. Magenfreundliche Kaffees haben also wenig Gerbsäuren (Chlorogensäure), können aber ganz normalen Coffeingehalt aufweisen. Um coffeinfreie Kaffees zu erzeugen, werden die rohen Bohnen mit Dämpfen und Kohlendioxid behandelt.

Eine Tasse Kaffee (150 ml) enthält das Coffein von ungefähr 5 g Röstkaffee, das sind in etwa 0,05 g.  0.1 bis 0.15g Coffein, also bis zu 3 Tassen pro Trag werden als verträglich angesehen. Coffeinarmer Kaffee enthält nur etwa 1/5 und entcoffeinierter Kaffee weniger als 1/10 des „normalen“ Kaffees. Dieser ist also nicht ganz coffeinfrei, wie die Bezeichnung vermuten lassen möchte.


Herz-Kreislaufsystem

Koffein und Theophylin haben ähnliche Struktur wie Adenosin und binden daher an die entsprechenden Rezeptoren und führen so zu einer Blutdruckerhöhung und zu einer Erhöhung der Herzfrequenz. Dies ist aber nur bei unregelmäßigem Kaffeekonsum der Fall und beschränkte sich auf 5mmHg. Bei regelmäßigen zwei bis drei Tassen pro Tag war kein Effekt zu beobachten.

Eine groß angelegte Metaanalyse, welche die Ergebnisse vieler Einzelstudien auswertete, ergab, dass das Risiko für eine koronare Herzkrankheit bei 3-5 Tassen pro Tag um rund 15%, bei 1-2 Tassen um rund 10% und bei 5 Tassen Kaffee pro Tag um rund 5% geringer war als bei Nicht-Kaffeetrinkern. Dabei lag die durchschnittliche Beobachtungsdauer bei 10 Jahren. Die „Risikokurve“ verläuft also U-förmig, oder anders ausgedrückt: mäßiger Kaffeekonsum ist am günstigsten, sehr wenig oder sehr viel bringen nichts. Bemerkenswert ist auch, dass das Risiko bei über 5 Tassen nicht über jenem der Nicht-Kaffeetrinker lag. Die Autoren erklären diese Kurvenverschiebung so, dass der Kaffee eine Vielzahl von Substanzen enthält. Zu den gesundheitlich positiv wirksamen zählen Niacin, Phenole, Lignane, Magnesium und Kalium. Bei unterschiedlichen Mengen an Kaffee werden positive und negative Wirkungen in unterschiedlichem Ausmaß wirksam und das optimale Verhältnis kommt bei rund drei Tassen zustande.    
Aber auch die Zubereitung spielt eine Rolle: Epidemiologische Studien zeigen, dass Filterkaffee keine nachteiligen Wirkungen hat. Allerdings hat ungefilterter Kaffee, also z.B. auf türkische Art oder mit der „French press“ zubereiteter Kaffee gelöste Stoffe, die zu Erhöhung des LDLs um 20 mg oder auch des Blutdrucks führen können.

Auch die Gesamtsterblichkeit war unter Kaffeetrinkern verringert, hauptsächlich auf Grund einer verringerten Herz-Kreislauf-Todesrate. Aber auch das Schlaganfallrisiko ist unter Kaffeetrinkern niedriger und keinesfalls höher.


Risiko für Diabetes mellitus

Auch hinsichtlich des Blutzuckerstoffwechsels gibt es ähnliche Überlagerungen von positiven und negativen Wirkungen. Kurzfristig nach einer Mahlzeit scheint Kaffee die Blutzuckerverwertung etwas zu beeinträchtigen, auf lange Sicht haben aber Kaffeetrinker ein deutlich verringertes Risiko an Diabetes mellitus Typ II zu erkranken. Es ist bis zu 40% verringert! Das Risiko sinkt dabei linear mit zunehmender Menge an Kaffee und ganz unabhängig davon, ob es sich um coffeinhältigen oder entcoffeinierten Kaffee handelt. Die schützende Wirkung war bei coffeinhältigem Kaffee geringfügig stärker. So kann angenommen werden, dass zwar ein sehr geringer Teil dieser positiven Wirkung auf Coffein selbst zurückzuführen ist. Der Großteil aber dürfte wiederum den vielen kleinen Zauberern, welche unter dem Namen „sekundären Pflanzeninhaltsstoffe“ zusammengefasst werden, zu verdanken sein.


Krebs

Bei Männern konnte ein verringertes Risiko für Prostatakrebs beobachtet werden, wiederum für coffeinhältigen und entcoffeinierten Kaffee.  Bei den 85.000 Frauen der Nurses Health Study konnte zunächst kein schützender Effekt vor Brustkrebs festgestellt werden, aber auch kein krebsfördernder Effekt. Untersuchte man jedoch nur die Frauen, welche die Wechseljahre bereits hinter sich hatten, war ein leichter schützender Effekt zu sehen!


Übergewicht

Regelmäßiger Kaffeekonsum hat auch bei Übergewicht Vorteile. Er verringert Entzündungsstoffe und fördert die Produktion von Adiponektin, einem stoffwechselfördernden und hungerregulierendem Hormon. In einer sehr großen Studie fanden Forscher, dass die Gewichtszunahme, welche in der Gesamtbevölkerung über 12 Jahre hinweg zu sehen war, bei Kaffeetrinkern weniger ausgeprägt war. Der Unterschied betrug etwa 0,4kg. Kaffee bremst also die sonst übliche Gewichtszunahme ein wenig ein. Als „Abnehmmittel“ ist Kaffee diesen Studien zufolge aber nicht zu bezeichnen. Und von Wundermitteln wie grüne Kaffeebohnenaxtrakte, mit denen die Kilos wie von selbst schmelzen sollen, lässt man am besten die Finger.


Nerven und Psyche

Eine sehr interessante Studie untersuchte den Effekt verschiedener Getränke auf die Stimmungslage. Während süße bzw. gesüßte Getränke wie Limonaden und Fruchtsäfte das Risiko für Depression erhöhten, erniedrigte es sich bei Kaffee. Aber nur dann, wenn er ungesüßt getrunken wurde. Mit Zucker oder Honig gesüßt verlor Kaffee diesen Effekt. Wurde er mit Süßstoff gesüßt, förderte er sogar das Entstehen einer Depression!

Obwohl nicht ganzeinheitlich im Ergebnis, scheint doch die Mehrzahl der Studien zu bestätigen, dass Coffein den geistigen Abbau mit zunehmendem Alter hemmt. Als Jugendliche/r und in Form von Energy drinks genossen hemmt es allerdings die Entwicklung und die Performance!

In Summe sind also diese Daten gar nicht beunruhigend. Die deutlichste positive Wirkung dürfte Kaffee auf das Auftreten von Diabetes mellitus haben. Als Abnehmmittel ist er jedoch nicht geeignet. Keinesfalls stellt aber der Kaffee das große Gesundheitsrisiko dar, als das er oft hingestellt wird. Da sollte man gewiss andere Prioritäten setzten als vor dem Kaffeekonsum zu warnen!

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