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Wie (un-)gesund ist Alkohol?

„Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren!“ – heißt es. Stimmt das tatsächlich? Oder anders gefragt: Ab wann schadet Alkohol der Gesundheit?

Autor: Sylvia Neubauer

Veröffentlicht: 03.02.2014 | 00:00

(pilipphoto - Fotolia.com)
(pilipphoto - Fotolia.com)

Wussten Sie, dass bereits Neandertaler vergorene Früchte aßen, um gut drauf zu sein? Viel später kultivierten die alten Ägypter den Weinbau und tranken bis zur Bewusstlosigkeit. Freilich nicht aus Spaß, sondern in der Annahme, so den Göttern näher zu kommen. Vermutlich dürfte das dem einen oder anderen Pharao durch ein unbeabsichtigtes Abtreten in höhere Sphären auch gelungen sein.

Doch auch viele Künstler waren und sind dem Alkohol aus Gründen der Kreativitätssteigerung nicht abgeneigt. Ernest Hemingway, schwerer Alkoholiker, gestaltete sein Schriftstellerdasein frei nach dem Motto „nur trinkende Schreiber sind gute Schreiber.“ Der selbst ernannte Segen für seine Wortfindung war gleichzeitig Fluch für seine Gesundheit.


Was passiert im Organismus, wenn Sie Alkohol trinken?

Bestimmt kennen Sie die folgende Situation. Sie sitzen gemütlich mit Freunden zusammen und nippen genüsslich an einem alkoholischen Getränk. Spätestens beim dritten Glas merken Sie, wie sich Ihre Gesichtsbäckchen rot färben. Hallo Schwips! Doch wie kommt es dazu? Wie verarbeitet der Körper den Alkohol? Dazu sollten Sie wissen: Ein kleiner Teil des zugeführten Alkohols gelangt bereits über die Schleimhäute direkt in die Blutbahn. Ein Viertel wird über die Magenschleimhaut aufgenommen, der Rest über den Darm.

Aufnahme und Abbau

Wie schnell der Alkohol ins Blut gelangt, hängt von vielen Faktoren ab. Warme, zucker- und / oder kohlensäurehaltige Getränke werden in Turbogeschwindigkeit vom Körper aufgenommen. Auch schnelles Trinken und ein leerer Magen begünstigen einen raschen, angeheiterten Zustand. Individuelle Faktoren wie bestimmte Krankheiten tun ihr übriges und erhöhen die Aufnahmegeschwindigkeit ebenfalls.

Die maximale Blutalkoholkonzentration ist nach etwa 60 min erreicht. Danach, bzw. teilweise auch schon währenddessen beginnt der Körper mit dem Alkoholabbau. Die Leber fungiert dabei als „Hauptverantwortungsträger“ . Nur 10% des Alkohols wird über Lungen, Nieren und Haut ausgeschieden.

Die Reaktionen auf Alkohol sind unterschiedlich!

So weit so gut. Doch warum reagieren Menschen auf Alkoholgenuss vollkommen verschieden? Prinzipiell kann man sagen, dass Frauen Alkohol weniger gut vertragen als Männer. Das liegt unter anderem an der Körperzusammensetzung. Frauen haben meist einen höheren Körperfettanteil. Im Vergleich zu Männern ist der Wassergehalt hingegen verringert. Der Clou dabei: Alkohol löst sich in Wasser besser als in Fett. Frauen haben weniger Enzyme, die für den Alkoholabbau zuständig sind. Daher sind sie auch leichter beschwipst – selbst dann, wenn sie exakt die gleiche Menge Alkohol wie ihre männlichen Kontrahenten zu sich nehmen.

Neben dem Geschlecht, sind die Reaktionen auch vom Alter abhängig. Jugendliche verfügen über weniger alkohol-abbauende Enzyme. Ein Grund, weshalb die physischen Auswirkungen bei Minderjährigen noch gravierender sind.

Ist das Gläschen Rotwein gesund?

Rotwein wirkt sich positiv auf die Herzgesundheit aus. Sagen Winzer und Weinliebhaber. Für viele scheint die Aussage ähnlich „gewichtig“ zu sein wie das Argument „Chips bestehen aus Kartoffeln und sind demnach gesund“. Einige wissenschaftliche Untersuchungen deuten jedoch tatsächlich darauf hin, dass die Substanzen in Rotwein eine protektive Wirkung auf die Blutgefäße haben.

Es folgt das große „aber“. Der Präventionsaspekt kommt nur bei moderatem Rotweingenuss zutage. Unter “moderatem Weinkonsum” wird eine Menge von etwa 2 Gläschen pro Woche verstanden! Wird diese überschritten, überwiegen die negativen Auswirkungen. Im Zweifelsfall sollte man dann doch lieber zur frischen Weintraube greifen und das Gläschen Rotwein als Genusselement ansehen.

Wie wirkt Alkohol tatsächlich auf die Gesundheit?

Der Präventivmediziner Curtis Ellison von der Boston University School of Medicine stellte eine gewagte These auf: „Alkoholabstinenz sollte in den Katalog der bekannten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfälle aufgenommen werden.“ Tatsache ist: Übermäßiger Alkohol ist an sich ein Risikofaktor. Ein Widerspruch? Wir finden: Ja, durchaus! Vorweg: Es spricht nichts gegen ein „Genussaachterl“. Fest steht aber, dass die durch Alkohol entstehenden negativen Auswirkungen sämtliche Benefits wieder zunichte machen.

In erster Instanz führt zu viel Alkohol zum typischen „Kater“.Gut, mit einem Brummschädel und Übelkeit am „Tag danach“ haben vermutlich schon viele Menschen Bekanntschaft geschlossen. Unangenehm, jedoch verschmerzbar! Wesentlich gefährlicher sind die Beeinträchtigungen bei chronischem Alkoholkonsum. Die ethanolhaltige Substanz greift die Schleimhäute an und fördert so Entzündungen. Gewebe- und Zellveränderungen können im schlimmsten Fall entarten und zu Krebserkrankungen führen.

Besonders leidtragend ist die Leber, die bei regelmäßiger Alkoholzufuhr mit dem Abbau überfordert ist – die Zellen werden geschädigt, Fett sammelt sich an. Die Folgen: Fettleber, Gelbsucht, Leberzirrhose bis hin zu Leberkrebs.

Fördert Alkohol Übergewicht?

Alkohol wirkt jedoch nicht nur auf das Nervensystem und die Organe, sondern auch auf den Stoffwechsel. Die Erklärung dazu: Alkohol wird vom Organismus „bevorzugt“ behandelt. Sprich: Wenn der Körper Alkohol verbrennt, werden alle anderen Nahrungsbestandteile, allen voran Fette auf die „Warteliste“ gesetzt. Neben dem potenziell erhöhten Risiko für Übergewicht, gibt es auch noch eine weitere, negative Begleiterscheinung: Ist die Fettverbrennung blockiert, steigen auch die Blutfettwerte. Zu hohe Werte erhöhen wiederum das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen.

Neben dem ungünstigen Einfluss auf den Stoffwechsel, ist Alkohol auch ein kalorisches Schwergewicht. Zum Vergleich: 1g Kohlenhydrate enthält etwa 4 kcal, die gleiche Menge Alkohol liefert den doppelten Brennwert und steht damit beinahe auf derselben Stufe wie Fett.

Alkoholkonsum erhöht den Bauchumfang

Eine im Jahr 2011 durchgeführte Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) zeigte klar einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Alkoholkonsum und Bauchfett auf. Die deutschen Wissenschaftler fanden heraus, dass übermäßige Alkoholzufuhr zu einem größeren Bauchumfang führt. So wiesen Männer, die jahrelang mehr als zwei Gläser Alkohol (96 g) konsumierten einen um 1,1 cm größeren Taillenumfang auf, als ihre abstinenten Kollegen aus der Vergleichsgruppe. Bei den Frauen zeigte sich eine noch deutlichere Abweichung. Der Bauchumfang der „Vieltrinkerinnen“ war im Schnitt um 1,5 cm größer als bei Frauen, die wenig Alkohol konsumierten.

Den Daten zufolge hat regelmäßiger Alkoholkonsum negative Auswirkungen auf die Körperfettverteilung. Es scheint, als ob sich die Alkoholkalorien bevorzugt in der Bauchgegend anlegen. Interessant ist auch, dass der klassische, üblicherweise dem männlichen Geschlecht zugeordnete „Bierbauch“-Effekt auch bei Frauen zu finden ist.

Wichtig zu wissen: Bierbäuche stehen mit der Gesundheit auf Kriegsfuß – ganz unabhängig, ob es sich bei der „Trägerperson“ um einen Mann oder um eine Frau handelt. Das Bauchfett setzt bestimmte Botenstoffe frei, die chronische Entzündungen hervorrufen. Erhöhte Entzündungsparameter fördern die Gefäßverkalkung und schädigen Herz und Stoffwechsel. Der gesundheitsgefährdende Effekt des Bauchfetts sei so stark, dass Mediziner mittlerweile dazu neigen, den „Kugelbauch“ wie ein eigenständiges hormonaktives Organ zu betrachten.

Übrigens: Entwarnung gibt es für alle, die ein paar Kilos mehr auf den Hüften tragen. Grund dafür: Der Hüftspeck besteht in erster Linie aus Unterhautfettgewebe, das sich – im Gegensatz zum Bauchfett – nicht auf den Insulinhaushalt auswirkt.

 

Macht Alkohol tatsächlich glücklich?

“Immerhin lässt sich mit Alkohol eine trübe Stimmung bekämpfen!” werden sich nun manche mit leiser Kritik zur Wehr setzen. Und gesellig ist das eine oder andere promillehaltige Gläschen obendrein. Teilweise stimmt das auch. Wenn die Substanz Ethanol in das Gehirn gelangt, entsteht ein Ungleichgewicht. Durch körpereigene Blockaden werden erregende Substanzen nicht mehr weitergeleitet. Die angenehme Konsequenz: Die Mundwinkel heben sich nach oben, finstere Minen lichten sich. Nicht umsonst konstatierte der Schriftsteller Robert Musil „Sorgen werden im Alkohol zwar nicht ertränkt, sie schwimmen aber besser.“

Unglücklicherweise sind nicht alle Probleme schwimmtauglich. Zudem ist der Grat zwischen Genuss-, Geselligkeits- und Gewohnheitstrinken sehr schmal. Übermäßiger Alkoholkonsum legt sich wie ein böser Schatten über das berauschende Glück und bewirkt das Gegenteil – er führt zu depressiven Gemütszuständen.

Gibt es Alternativen? Freilich! Steigen Sie doch ab und zu auf alkoholfreies Bier um. Der Neurologe David Kareken von der Universität Indiana in den USA hat erstaunliches herausgefunden. Seiner Studie zufolge mache alleine der Geschmack von Bier glücklich. Der Suchtforscher bat 49 Männer jeweils ein Bier mit respektive ohne Alkohol zu trinken. Beide Getränke erhöhten die Aktivität des stimmungsaufhellenden Dopamins. „Wir glauben, dass dies das erste Experiment mit Menschen ist, das zeigt, dass allein der Geschmack eines alkoholischen Getränks, ohne den berauschenden Effekt des Alkohols, diese Dopamin-Aktivität auslösen kann“ so Karaken. So gesehen müsste nur mehr der Kopf mitspielen, der sich oft eisern gegen alkoholfreies Bier ausspricht - in der Ansicht „ein alkoholfreies Bier ist kein Bier“.

Maßvoller Umgang mit Alkohol – so geht´s!

Wie „unlustig“ werden Sie sich nun denken. Keine Sorge, Sie sind nicht ab sofort dazu verdammt, bei feierlichen Anlässen mit Früchtetee und Kakao anzustoßen. Wie Paracelus bereits sagte, macht die Dosis das Gift. Gegen das eine oder andere Glas Wein ist demnach auch aus medizinischer Sicht nichts einzuwenden. Doch wie viel ist eigentlich genug und was sollten Sie im Umgang mit Alkohol konkret beachten?

  • Welche Menge gilt als gesundheitlich unbedenklich? Trinken Sie als Frau pro Tag nicht mehr als circa 0,3 Liter Bier oder 0,1 Liter Wein/Sekt oder etwa 4 cl einer Spirituose (Likör, Korn, Wermut oder Ähnliches).
    Als Mann sollten Sie nicht mehr als circa 0,6 Liter Bier oder 0,3 Liter Wein/Sekt oder etwa 8 cl einer Spirituose (Likör, Korn, Wermut oder Ähnliches) trinken.

  • Alkoholfreie Tage einbauen. Bleiben Sie an zumindest zwei bis drei Tagen in der Woche alkoholfrei. Wer täglich Alkohol zu sich nimmt, gewöhnt den Organismus daran. Der Schritt in Richtung Abhängigkeit ist dann ein sehr kleiner.

  • Vorsicht bei Krankheiten: Chronische Erkrankungen wie Diabetes, Hepatitis und Depressionen werden durch Alkoholkonsum negativ beeinflusst. Diabetiker sollten beim Genuss von Alkohol unbedingt ihre Blutzuckerwerte im Auge behalten.

    Der Hintergrund dazu: Die vom Alkohol naturgemäß strapazierte Leber spielt auch im Zuckerstoffwechsel eine Rolle. Im Normalfall sorgt die Leber dafür, dass rund um die Uhr Glucose freigesetzt wird. Im alkoholisierten Zustand „vergisst“ sie mitunter darauf, es kann zur Unterzuckerung kommen – fatal für Diabetiker. Ziehen Sie daher bei bestehenden Erkrankungen immer einen Arzt zurate.

Autorin: Mag. Sylvia Neubauer

Pepe Assistant

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