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Wie sage ich es meiner Familie und meinen Freunden?

"Magst du ein Stück Schokolade?" "Nein, du weißt doch, ich bin gerade auf Diät!" Offen oder versteckt. Abnehmen ist oft mit Konflikten innerhalb der Familie oder Freundeskreis verbunden. Frau DI Irmgard Käfer, Mediatorin und Entspannungstrainerin, zeigt Ihnen, wie Sie sich durch achtsame Kommunikation in der Familie oder im Freundeskreis mehr Verständnis und Unterstützung für Ihr Abnehm-Projekt verschaffen und Hürden meistern können.

Autor: KiloCoach-Team

Veröffentlicht: 03.10.2012 | 00:00

(© JackF - Fotolia.com)
(© JackF - Fotolia.com)

Konfliktpotential erkennen – das Vier-Ohren-Modell nutzen

Abnehmen verändert den Alltag und damit eine Reihe von wichtigen Kleinigkeiten und Gewohnheiten. Sie führen zum Beispiel Ihr Ernährungstagebuch bei KiloCoach™ und achten auf mehr Bewegung im Alltag. Sie kaufen bewusster ein und kochen jetzt vielleicht zwei verschiedene Mahlzeiten – eine für sich und eine für Ihre Familie.

In vielen Fällen klappt alles gut, aber manchmal kann es auch einfach zu viel werden. Zum Beispiel, wenn die Veränderungen oder die Auswirkungen auf andere unterschätzt werden oder die Reaktionen Ihrer Familienmitglieder destruktiv wirken. Dann können belastende Konflikte entstehen, die das innere Gleichgewicht stören, Kräfte rauben und den Erfolg beim Abnehmen beeinträchtigen. Dies kann manchmal in einfachen Situationen und anhand einer einzigen Aussage passieren.

Situationsbeispiel

Im folgenden Beispiel unterhalten sich Markus und Birgit beim gemeinsamen Essen. Birgit nimmt seit einigen Wochen erfolgreich ab, Markus steht der Sache etwas distanziert gegenüber, aber unterstützt Birgit grundsätzlich in Ihrem Bemühen. Hin und wieder gibt es Diskussionen über den Einkauf und das tägliche Essen. Plötzlich sagt Markus: „Ach, den Schafskäse darfst du ja jetzt nicht essen!“ Die Reaktion von Birgit lautet: „Ich weiß schon selbst, was ich essen darf!“ Die anfänglich gute Stimmung ist dahin.

Was ist passiert? Zur Erklärung hilft uns das sogenannte Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun, ein inzwischen weit verbreitetes Modell, das auch als "Vier-Ohren-Modell" bekannt geworden ist. Im Folgenden wird das „Vier-Ohren-Modell“ kurz vorgestellt und auf unser Beispiel angewendet. Wer sich näher damit befassen möchte, findet im Quellenverzeichnis die entsprechenden Literaturhinweise.

 

Das „Vier-Ohren-Modell“

Beim "Vier-Ohren-Modell" werden vier Ebenen der Kommunikation unterschieden. Jede Äußerung enthält demnach vier Botschaften:

  • eine Sachinformation: worüber informiert wird, Daten, Fakten, Sachverhalt
  • eine Selbstkundgabe: was die Person von sich zu erkennen gibt, zum Beispiel einen Gefühlszustand
  • einen Beziehungshinweis: was die Person vom Gesprächspartner hält und wie sie zu ihm steht
  • einen Appell: was die Person beim Gesprächspartner erreichen möchte, Ratschläge, Handlungsanweisungen, Wünsche

Friedemann Schulz von Thun hat daher die vier Seiten einer Äußerung als Quadrat dargestellt und dementsprechend dem Sender "vier Schnäbel", und dem Empfänger "vier Ohren" zugeordnet. Die Qualität eines Gespräches hängt demnach davon ab, in welcher Weise die vier Schnäbel des Senders und die vier Ohren des Empfängers zusammen spielen.

Anwendung auf das Situationsbeispiel

Welche Botschaften hat Markus gesendet? Wir nehmen die Aussage auseinander und sehen auf der Sachebene: „Der Schafskäse ist dir jetzt nicht erlaubt.“, als Selbstkundgabe: „Ich bin aufmerksam und nehme Anteil an deinem Abnehm-Projekt.“, als Beziehungshinweis: „Ich unterstütze dich.“ und als Appell: „Bitte verzichte jetzt auf den Schafskäse.“.

Und was hat Birgit mit ihren vier Ohren gehört? Wenn wir auch hier die Aussage auseinder nehmen hat sie auf der Sachebene folgendes gehört: „Schafskäse ist jetzt besser nichts für mich.“, als Selbstkundgabe von Markus: „Ich weiß, was für dich gut ist.“, als Beziehungshinweis: „Ohne mich schaffst du das Abnehmen nicht.“ und als Appell: „Gib acht, was du isst.“.

So hat Birgit mit ihrer Antwort die Selbstkundgabe: „Ich fühle mich bevormundet.“, den Beziehungshinweis: „Dafür brauche ich deine Unterstützung nicht.“ und als Appell: „Hör auf, mir etwas vorzuschreiben.“ verpackt.

Wenn Birgits Ohren feiner auf die Botschaften von Markus gehört hätten, hätte sie auch antworten können: „Das ist nett, dass du mich aufmerksam machst, aber ich lasse den Schafskäse eh gerne aus.“ Damit hätte auch die gute Stimmung zwischen den beiden anhalten können.

Nutzen

Es lohnt sich, die vier Ebenen der Kommunikation zu betrachten, und so seine Äußerungen zu prüfen. Dadurch werden Botschaften achtsamer gesendet und auf Gesagtes besser hingehört. Gespräche werden klarer und verständnisvoller geführt. Missverständnisse werden vermieden oder ausgeräumt und so das Konfliktpotential entschärft.

 

Hilfreich kommunizieren – Hürden gemeinsam meistern

Zwei wichtige Fragen, die das Abnehmen begleiten, sind: Wie kommuniziere ich meiner Familie oder meinen Freunden gegenüber, dass ich abnehmen möchte? Wie hole ich mir konkrete Unterstützung? Die Antworten auf diese Fragen sind bei weitem nicht eindeutig, sondern sehr vielfältig. Als Grundlage für eine erfolgreiche Kommunikation dienen die folgenden sechs Punkte:

1. Klarheit geben – Klarheit ernten

Wenn Sie sich für das Abnehmen entschieden haben, haben Sie Ihre individuellen Gründe und Ziele. Halten Sie diese für sich fest und teilen Sie diese auch offen Ihrer Familie und Ihren Freunden mit. Schaffen Sie Klarheit über Ihre Beweggründe und Ihr Vorhaben, zum Beispiel „Ich fühle mich mit meinem Gewicht einfach nicht mehr wohl und werde abnehmen. Mein Ziel ist es ... kg abzunehmen und hierfür werde ich täglich ein Ernährungsprotokoll führen.“

Damit machen Sie klar, was Sie bisher belastet hat, dass Sie eine Entscheidung getroffen haben und dass sich etwas verändern wird. So wissen Ihre Mitmenschen Bescheid, fühlen sich informiert, können Ihr Verhalten nachvollziehen und konkrete Fragen stellen.

2. Wiederholen schafft Verbindlichkeit

Belassen Sie es nicht bei einem „einmaligen Hinweis“. Betonen Sie immer wieder, was Ihnen wichtig ist. Wiederholen festigt – es fördert das Selbstverständnis und die Verbindlichkeit und begleitet Sie bei der Erreichung Ihrer Ziele. Vielleicht schaffen Sie ein gemeinsames Ritual, in dem Sie sich täglich oder wöchentlich über den Stand der Dinge austauschen.

3. Unterstützung eingestehen, anfordern und annehmen

Gestehen Sie sich zu, dass Sie Unterstützung in Anspruch nehmen dürfen. Fordern Sie diese gezielt ein und nehmen Sie diese dankbar an. Das kann schwierig sein. Gönnen Sie sich und den anderen Zeit, um Änderungen entstehen zu lassen. Zum Beispiel: „Letzte Woche hatte ich Schwierigkeiten mit.... Da hat es mir sehr geholfen, dass du.... Jetzt merke ich, dass mir.... schwer fällt. Du könntest mir helfen, wenn du..... Kannst du das bitte machen?“

4. Gehen Sie mit Unverständnis und mangelnder Unterstützung aktiv um

Es kann auch sein, dass Ihre unmittelbaren Mitmenschen Sie gar nicht unterstützen wollen oder dagegen sind, dass Sie abnehmen. Das kann vielfältige Gründe haben. Vielleicht fühlt sich Ihr Freund mit eigenen Schwächen konfrontiert oder hat einfach keine Lust auf Veränderungen. Diese bewussten oder unbewussten Beweggründe können sich auf verschiedenste Art und Weise äußern. Sie empfinden dann Unverständnis und mangelnde Unterstützung. Zum Beispiel kauft Ihr Partner seitdem Sie abnehmen häufiger Süßigkeiten oder betont immer wieder, dass Abnehmen „eh nichts bringt“. Wir können hier keine allgemein gültigen Lösungen anbieten, aber ein paar Tipps geben, die weiterhelfen:

  • Überprüfen Sie für sich die Situation, zum Beispiel „Ist es wirklich so, oder fällt es mir einfach mehr auf, wieviele Süßigkeiten immer gekauft werden?“
  • Schärfen Sie Ihre „Vier Ohren“, hören Sie gut zu und fragen Sie konkret nach, zum Beispiel „Was genau meinst du damit, dass Abnehmen nichts bringt?“ oder „Wie geht es dir damit, dass ich nicht mehr immer das Gleiche esse wie du?“.
  • Sprechen Sie belastende Situationen und Verhaltensweisen Ihrer Familie und Ihrer Freunde bewusst an und äußern Sie Ihre Wünsche, zum Beispiel „Es ist völlig okay, wenn du weiterhin Deine Kekse isst, aber bitte frag mich nicht jedesmal, ob ich auch welche haben mag.“
  • Nehmen Sie Ihren Mitmenschen den Druck, Sie unterstützen „zu müssen“, zum Beispiel „Du weißt, ich führe ein Ernährungsprotokoll. Damit schaffe ich das Abnehmen bestimmt. Ich freue mich, wenn Du mich unterstützt, aber wenn nicht, ist es auch okay.“
  • Akzeptieren Sie, wenn Ihre Mitmenschen sich nicht für Ihr Abnehm-Projekt engagieren.

5. Rollen und Maßnahmen definieren

Eine hilfreiche Möglichkeit kann die Vergabe von Rollen an einzelne Personen sein. Wählen Sie konkrete Bezeichnungen und definieren Sie konkrete Aufgaben bzw. Maßnahmen. Zum Beispiel definieren Sie gemeinsam einen „Apfelverantwortlichen“ und so übernimmt Ihr Kind für eine Woche die Aufgabe, Sie an den täglichen Apfel zu erinnern. Kommunizieren Sie vereinbarte Maßnahmen an alle Beteiligten.

6. Reden Sie über Tiefpunkte – Feiern Sie Erfolgserlebnisse

Abnehmen ist ein Prozess und dabei gibt es schwierige Zeiten und Erfolgserlebnisse. Halten Sie Ihre Unterstützer am Laufenden. Wenn es Ihnen ein Bedürfnis ist, über Ihre Tiefpunkte zu reden, tun Sie es. Feiern Sie aber auch Ihre Erfolge und teilen Sie Ihre Fortschritte möglichst unmittelbar mit. Genießen Sie Ihre gemeinsamen Veränderungen und Erfolge beim Abnehmen!

 

Zusammenfassung

Abnehmen ist lernbar. Achtsame Kommunikation auch. Abnehmen hilfreich zu kommunizieren bedeutet, Konkflikte mit Ihren Familienmitgliedern oder Ihren Freunden zu vermeiden und sich mehr Verständnis und Unterstützung zu sichern. Gerade wenn Sie abnehmen, ist es wichtig, dass Sie sich Ihrer Bedürfnisse bewusst werden und dass Sie Ihre Mitmenschen in Ihr Abnehm-Projekt einbeziehen. Dabei kann Ihnen das Vier-Ohren-Modell von Friedemann Schulz von Thun helfen, Sachinhalte, Appelle, Selbstkundgabe und die Beziehungsaspekte in der alltäglichen Kommunikation zu erkennen und zu einer klaren und wertschätzenden Kommunikation zu finden. So können Sie hilfreiche Maßnahmen und Spielregeln ausarbeiten und gemeinsam Hürden meistern. Der Individualität und der Vielfalt der Maßnahmen sind dabei keine Grenzen gesetzt.

 

DI Irmgard Käfer ist eingetragene Mediatorin, Dipl. Entspannungstrainerin, Dipl. Wirbelsäulentrainerin, Dipl. Pilatestrainerin und Trainerin für Gyrokinesis®. Sie hat langjährige Berufserfahrung in Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Arbeitsschwerpunkte beinhalten die Körperbildung und das Bewusstseinstraining für eine gelebte Work-Life-Balance auf Basis gesunder Bewegung, gezielter Entspannung und achtsamer Kommunikation. Sie ist die Inhaberin des Unternehmens ImEinklang.

Kontakt:
ImEinklang e. U.
DI Irmgard Käfer
0680 203 10 28
irmgard.kaefer@imeinklang.at
Praxis im Interdisziplinären Gesundheitszentrum theTree Fasholdgasse 3/7, 1130 Wien

Quellenverzeichnis

Schulz von Thun, F.: Miteinander reden 1, Störungen und Klärungen. Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, 2006.

Schulz von Thun, F.: Miteinander reden 2, Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung. Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, 2006. S. 19-27.

 

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