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Wie man mit Süßstoffen böse Darmbakterien züchtet

Dass unsere Darmflora unser Gewicht beeinflusst, ist mittlerweile unumstritten. Die Darmflora ist uns aber nicht vom Schicksal zugeteilt. Zunehmend werden mehr Details bekannt, wie wir mit unserer Ernährung unsere Darmflora beeinflussen.

Autor: Dr. Rosa Aspalter

Veröffentlicht: 08.11.2016 | 16:39

Unsere Darmflora bestimmt mit, wie viel Energie aus der zugeführten Nahrung aufgenommen wird. Sie spielt nicht nur eine Rolle bei der Verdauung, indem sie bestimmte Nährstoffe aufschließt oder „vorverdaut“, sie ist auch die Trainingshalle unseres Immunsystems, berichtete Dr. Herbert Tilg von der medizinischen Universitätsklinik Innsbruck auf der Jahrestagung der Österreichischen Adipositasgesellschaft. Im umgekehrten Sinn kommt es bei den falschen Darmbakterien zu Stoffwechselproblemen, zu Entzündungsprozessen im Darm und entzündungsfördernde Substanzen werden sogar in das Blut aufgenommen und belasten den ganzen Körper.

Wie regulieren unsere Darmbakterien unser Gewicht?

Wussten Sie, dass Menschen wie Mäuse bei der Geburt noch keine Bakterien im Darm haben? Dass dieser also im wahrsten Sinn des Wortes steril ist? Im Normalfall (wenn es keine Infektion während der Schwangerschaft gibt) trifft das Baby bei der Geburt das erste Mal auf Bakterien. Und da gleich auf Darmbakterien! Und das noch, bevor das es den ersten selbstständigen Atemzug macht. Demnach scheint es sich also dabei um ganz besonders wichtige Lebensgefährten zu handeln!

Unsere kleinen Millionen Mitbewohner im Darm entscheiden wesentlich darüber, wie viel Energie wir aus der zugeführten Nahrung aufnehmen. Sie schließen eher unverdauliche Substanzen für uns auf, sie produzieren Milchsäure, andere Säuren (z.B. Butyrat) und stellen somit einen optimalen pH her. Sie betreiben regelrecht Darmschleimhautpflege. Sie wachen darüber, was von unserer Darmschleimhaut aufgenommen wird und was am anderen Ende einfach wieder abgeladen werden soll. So können z.B. ohne Anwesenheit von Darmbakterien kaum Fettsäuren aufgenommen werden. Das erkennt man an Mäusen, deren Darm nach der Geburt weiterhin steril gehalten wird. Diese können nämlich kein Gewicht zulegen.

Haben wir erst einmal unsere vollständige Körpergröße und ein vorläufiges Erwachsenen-Körpergewicht erreicht, dann nützen uns eher jene Bakterien, welche nicht jede einzelne Kalorie aus dem Speisebrei heraussaugen und in die Blutbahn werfen. Hier können es dann ruhig auch etwas großzügigere Bakterien sein, die auch mal ein Auge zudrücken, wenn sich die ein oder andere Kalorie nach außen verdrückt.

Ernährung entscheidet über Darmflora

Welche Bakterien wir aber im Darm als Untermieter haben, hängt vor allem von unserer Ernährung ab. So fördert eine sehr fettreiche Kost dummerweise gerade die strengen Kalorien-Kontroll-Bakterien, während eine sehr ballaststoffreiche Kost offenbar jene Bakterien pflegt, die einen etwas lockereren Umgang mit Kalorien haben. Die Veränderung der Darmflora geht dabei ganz schnell vor sich. So haben Probanden, welche auf eine stark pflanzliche Kost wechseln, innerhalb weniger Tage eine völlig andere Zusammensetzung der Darmbewohner.

Dies ist insofern leicht zu verstehen, als Bakterien sich innerhalb weniger Stunden teilen können. Und die „guten Bakterien“ fehlen ja in den seltensten Fällen vollständig. Es hängt also nur davon ab, welche Kolonien wir mit unserer Ernährung hegen und pflegen und welchen wir das Leben schwer machen.

Die „Überkontrolleure“ unter den Bakterien fördern wir aber auch mit Süßstoffen, berichtete Tilg. Künstliche Süßstoffe stören die Zusammensetzung der Darmflora. So sind die Enterobakterien erhöht, Bifidobakterien und Lactobacillen dagegen waren in einigen Studien vermindert. Süßstoffe stören die Interaktion der Darmkeime mit dem Stoffwechsel und führen damit zu einer gestörten Glucosetoleranz, also zu einer Vorstufe des Diabetes mellitus und zu einem gestörten Fettstoffwechsel mit erhöhten Blutfetten. So mag es also völlig kontraproduktiv sein, Kalorien aus Zucker einsparen zu wollen und aber jene Darmbakterien bevorzugt zu behandeln, die dann jede Kalorie im Körper halten und erst recht Stoffwechselprobleme fördern.

Auch wenn erst einige Details bekannt sind aus diesem unglaublichen Netzwerk aus eigenen Zellen und Darmbakterien, aus den vielen Stoffwechselvorgängen, an denen sich beide beteiligen, so zeichnet sich ein Muster ab: Was als allgemeine „gute Ernährung“, als voll- oder hochwertige Nahrung gilt, das scheint eine figur- und stoffwechselfreundliche Darmflora zu fördern und umgekehrt. Für fettes, zuckerreiches, künstliches Futter werden wir also gleich doppelt bestraft.

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