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Was ist schon schön?

„Ich fühle mich schlecht, weil ich zugenommen habe.“ Kommt Ihnen dieser Satz bekannt vor? Inwiefern prägen die Kilos auf der Waage unser Selbstbild tatsächlich?

Autor: Sylvia Neubauer

Veröffentlicht: 01.10.2013 | 00:00

(© drubig-photo - Fotolia.com)
(© drubig-photo - Fotolia.com)

„Ich lebe in einer Warteschleife und halte mein ganzes Selbstwertgefühl nur an meinem Gewicht fest“, schreibt eine Userin in einem Forum. „Ich nehme es mit stoischer Gelassenheit hin, wenn man mir unfreundliche Sprüche steckt, so als hätte ich diese verdient. Ich sehe mich selbst als eine Art Monstrum mit diesem Gewicht, das sich am besten verstecken sollte, bis ich es endlich abgenommen habe.“

Wie wirken diese Zeilen auf Sie? Können Sie sich damit vielleicht selbst identifizieren? KiloCoach™ hat sich dazu auf Ursachenforschung begeben.

1. Wie es früher einmal war...

Der Begriff Schönheit ist nicht neu. In allen Zeitepochen und auf allen Kontinenten strebten die Menschen nach körperlicher Vollkommenheit. Vergleicht man jeweils vorherrschende Ideale, so fällt eines auf: Schönheitsideale sind keine statischen Normen. Schön ist, was gefällt. Und Gefallen fanden die Menschen an unterschiedlichen „Objekten“ – gleich ob dick oder dünn, üppig oder hager, gross oder klein. Im Laufe der Evolution kam jeder geschmacklich auf seine Kosten. Begeben Sie sich mit uns doch auf Zeitreise und sehen Sie sich die einzelnen Körperideale an.

Von der Steinzeit bis zur Barok

Die Menschen der Steinzeit hatten ein Problem: Die Kälte. Kleine Fettpölsterchen waren demnach sehr willkommen. Neben Schutz hatten sie noch eine andere Funktion: Sie galten als Symbol für Fruchtbarkeit und Wohlstand. Ein Steinzeitkollege, der auf einen anderen traf, wusste sofort: „Üppiger Körperbau = guter Jäger“. Mit so einem Weggefährten musste man sich unweigerlich anfreunden.

Die Griechen liebten hingegen die „ästhetische Vollkommenheit“, also ausgewogene Proportionen und eine förmliche Haltung. Auf diese Weise untermalten sie ihr vernunft- und ordnungsgeleitetes Weltbild.

Vom Mittelalter beginnend bis über die Renaissance hin zum Barock setzen sich üppige Körperformen durch. Volle Körper galten als der Innbegriff von Sinnlichkeit. Die damalige Mode betonte diesen Trend durch ein künstliches „Aufpolstern“. Ausladende Kleider, hochfrisierte Haare und pompöse Perücken signalisierten: „Ich kann mir Wohlstand leisten.“

Vom Rokoko bis zum 2. Weltkrieg

Eine Kehrtwende in Sachen Schönheitsideale brachte das Rokoko mit sich. Mädchenhafte, überschlanke Körper mit schmalen Gliedern und blasser Haut unterstrichen den galanten, höfischen Stil. Frauen zwängten sich in ein Wespentaillen formendes Korsett. Dieses Körperbild sollte Hilfsbedürftigkeit und Zerbrechlichkeit zum Ausdruck bringen.

Auch während des ersten Weltkriegs strebte man eine androgyne Figur an. Die Beweggründe dafür unterschieden sich jedoch von jenen im Rokoko. Über das schlanke, trainierte Körperbild drückten Frauen ihre Emanzipation aus. Sie strebten nach Gleichberechtigung.

Interessanter Weise wurden die Körperformen nur wenig später wieder üppiger. Bestimmt ist Ihnen das typisch arische Schönheitsideal des 2. Weltkriegs ein Begriff: Blond, blauäugig und kräftig gebaut. Paradox: Es fällt auf, dass justament in Zeiten des Mangels „üppige“ Formen bevorzugt wurden. Vermutlich, weil wir dazu neigen, uns das zu wünschen, was gerade nicht zur Verfügung steht.

Von den Fünziger Jahren bis heute

Ähnlich wie ein Chamäleon seine Farbe wechselt wandelten sich auch die Ideale ab den Fünziger Jahren. Frauen orientierten sich an Filmstars wie Marilyn Monroe. Lange Beine, eine schmale Taille und viel Busen galten als der Inbegriff von Schönheit.

Nur wenig später trat das komplette Gegenteil auf die „Bühne der Gesellschaft“: „Twiggy“, auch die „teuerste Bohnenstange der Welt“ genannt repräsentierte mit 41 Kilogramm Lebendgewicht den „Knochen-Look“.

Bis dato können also zwei Dinge festgehalten werden. Zum Einen: Schönheitsideale sind ebenso wandelbar wie relativ. Zum anderen: Körperformen werden mitunter mit bestimmten Werten in Zusammenhang gebracht.

2. Werden Menschen nach dem Gewicht beurteilt?

Fällt Ihnen bei den sich wandelnden Idealbildern etwas auf? Gewicht wird offensichtlich seit jeher Zeiten mit bestimmten Attributen und Charaktereigenschaften assoziiert. Vielleicht ist es Ihnen selbst schon einmal passiert, dass Sie Ihr Gegenüber aufgrund der Körperstatur beurteilt haben. Es stellt sich unweigerlich die Frage: Werden Menschen tatsächlich aufgrund Ihres Gewichts stigmatisiert? Und gibt es dazu Studien?

„Dick und doof“?

Bestimmt erinnern Sie sich noch an Stan Laurel und Oliver Hardy, dem erfolgreichsten Komikerpaar der Filmgeschichte. Auch bekannt unter „dick und doof“ schlitterten die beiden von einer Katastrophe zur nächsten. Was für die Comedy-Darsteller gewollt war, gehört für andere zum traurigen Alltag.

Tollpatschig, willensschwach, faul und dumm: Wie ein Stempel stehen diese Eigenschaften auf den Stirnen übergewichtiger Menschen. Auffallend dabei ist: Für derartige Zuordnungen bedarf es nicht einmal vieler Worte. Alleine die Beurteilung des optischen Erscheinungsbildes entscheidet über Sympathie und Antipathie, Agilität und Trägheit.

Jeder Vierte bewertet Übergewichtige negativ

Die Universitätsmedizin Göttingen und das Meinungsforschungsinstituts TNS haben im Herbst 2012 eine repräsentative Studie durchgeführt. Die Ergebnisse untermauern diesen traurigen Trend. Für die Forschungsstudie wurden 2001 Teilnehmer befragt.

Das ernüchternde Resümee: Insgesamt 23 Prozent der Befragten bewerten sehr dicke Menschen negativ. Auffallend dabei ist: Unterschiede gibt es bei Alter, Geschlecht und Bildungsstand. Während die Stigmatisierung von Übergewichtigen mit zunehmendem Alter noch ansteigt, nimmt sie mit höherem Bildungsniveau deutlich ab. Laut Bericht stigmatisieren Frauen stärker als Männer.

Wie macht sich diese Stigmatisierung im Alltag bemerkbar?

Bewertungen aufgrund des Äußeren wirken wie Mobbing und sind für die Betroffenen zweifelsfrei belastend. Darüber hinaus ergeben sich aber noch weitere, einschränkende Nachteile: Unter anderem im Berufsleben. So befragten die deutschen Forscher die Probanden auch zu fiktiven Personalentscheidungen. Die sinngemäße Frage lautete: Würden Sie stark übergewichtige Menschen in ihrem Unternehmen beschäftigen? 14 % der Befragten gaben ein klares „Nein“ zu Antwort.

Vorurteile wirken demotivierend und krankmachend

Menschen mit Übergewicht brauchen offensichtlich eine dicke Haut, um sich von den verbalen Übergriffen und situativen Benachteiligungen abzugrenzen. Nicht selten bauen sie diesen „Schutzpanzer“ in Form von zusätzlichen Pfunden auf. "Wer ständig Diskriminierung von außen erlebt, neigt noch eher zum Frustessen.“, zeigt sich Umweltsoziologe Michael Zwick von der Universität Stuttgart besorgt. Zwick: „Statt Gegenmaßnahmen zu treffen, wird jeder Vorsatz über Bord geworfen."

Die unmittelbare Konsequenz: Dicke Menschen verlieren ihre Achtung vor sich selbst. Darunter leidet nicht nur die Seele, sondern auch der Selbstwert. "Adipöse internalisieren oft das Stigma, dem sie ausgesetzt sind. Der dadurch empfundene Stress begünstigt andere Krankheiten", so US-Forscher Markus Schafer von der Purdue University, der sich mit dieser Thematik in diversen Studien intensiv auseinander gesetzt hat.

3. „Ich finde nicht mein Maß“

Menschen werden offensichtlich nicht nur nach ihrem Gewicht beurteilt, sie definieren sich auch über ihren Körper. KiloCoach™hat einige interessante facts zu den Themen „Gewicht und Selbstbild“ sowie zu fragwürdigen Vorbildern für Sie zusammengetragen.

• Im Rampenlicht stehende Knochengerüste
Laut British Medical Association haben in der Öffentlichkeit stehende Models und Schauspielerinnen im Schnitt mindestens 50 % weniger Körperfett als gesunde Frauen.

• Schick ist, was dünn ist
Models und Schauspielerinnen hatten in den 90er Jahren einen Körperfettanteil von 10– 15%. Der Durchschnittswert einer gesunden Frau liegt bei 22 – 26 %.

• Barbie® und Ken® - zwei unproportionierte Spielgenossen
Würde man aus den Puppen echte Menschen konstruieren, so entstünde ein gravierender Nachteil: Die in Plastik gegossenen Gender-Alpträume würden augenblicklich in sich zusammenklappen. Sie wären schlichtweg nicht lebensfähig. Tja, dumm gelaufen! Gut, dass unsereins anders proportioniert ist.

Doch sehen wir uns Barbie und Ken einmal im Detail an:
- Barbies Hüften haben denselben Durchmesser wie ihr Kopf.
- Ihr Hals ist zweimal so lang wie ein durchschnittlicher menschlicher Hals.
- Ihre Beine sind 50 % länger als ihre Arme. Bei einer durchschnittlichen Frau sind sie nur etwa 20 % länger.
(Quelle: Int Journal of Eating Disorders, Vol 18, No 3, 1995 © John Wiley & Sons, Inc)

• Junge Mädchen fühlen sich oft unberechtigter Weise zu dick
Einer im Jänner 2004 publizierten, britischen Umfrage zum Thema Körperbewusstsein zufolge, glauben 67% der jungen Mädchen, dass sie abnehmen sollen. Nur 19 % der jungen Mädchen davon sind tatsächlich übergewichtig.

• Auch Burschen hadern mit Ihrem Körper
Jungen zwischen 10 und 11 Jahren wünschen sich einen muskulöseren Körper, während Jungen zwischen 12 und 13 Jahren lieber dünner wären.
(Quelle: Parkinson et al., Eur Eat Disorder Rev)

• Zwischen zwei Extremen
Nahezu unerreichbare Schönheitsideale sind das eine Extrem. Ein Zuwachs an Übergewichtigen bildet das andere Extrem. So gab es einen starken Zuwachs an übergewichtigen Kindern. Laut British Medical Association ist der der Anteil an übergewichtigen Kindern im Alter zwischen 7 und 11 Jahren innerhalb von nur 4 Jahren um 60% gestiegen. Als Referenzwert wurden die Jahre 1994-1998 herangezogen.

4. Wie geht es Menschen mit ihrem Gewicht?

Zieht man aus all den Informationen ein Resümee, so fällt eines auf: Die Kilos auf der Waage haben in unserer Gesellschaft offensichtlich einen (zu?) hohen Stellenwert. Doch wie geht es den Menschen selbst damit? Inwiefern schlägt sich das Gewicht auf unsere Stimmung nieder?

„Mein Gewicht ist ein Faktor, der mich unzufrieden stimmt!“

Im Blog „Wenn Wolken weinen“ beschreibt eine Userin ihre Emotionen wie folgt: „Ich schaue nicht häufig in den Spiegel, zu sehr schmerzt das Bild, das sich mir bietet. Meine Reflexion löst Hass in mir aus. Mein Gewicht ist ein Faktor, der mich unzufrieden stimmt, Wut in mir aufkeimen lässt. Schaue ich in den Spiegel sehe ich all das, was meiner Meinung nach zu viel ist. Mir wird gesagt, ich sei nicht zu dick, doch empfinde ich das als Lüge; denke, das würde mir gesagt nur damit ich mich besser fühle. Ein unendlicher Teufelskreis.

Gehe ich durch die Stadt oder andere öffentliche Stellen und werde angesehen, denke ich sofort, dass das daraus resultiert, dass ich zu dick sei. Dass ich deshalb angestarrt werde. Ich habe absolut keine Ahnung, ob ich diese Denkstruktur irgendwann durchbrechen kann, mich irgendwann wohlfühlen werde und vielleicht sogar dahin komme, mich irgendwann zu akzeptieren und hübsch zu finden.“

Sind übergewichtige Menschen anfälliger für Depressionen?

Die Zeilen der anonymen Autorin drücken ihre Unzufriedenheit aus. Ein Unmut, der aus einem verzerrten Selbstbild und einem negativen Körpergefühl resultiert. In unmittelbarer Folge macht sich eine gedrückte Stimmung bei ihr breit.

Vielleicht fragen Sie sich: Verursacht Übergewicht Depressionen? Wissenschaftler sagen ja! Unterschiedliche Langzeitstudien deuten darauf hin, dass Probanden, die zum jeweiligen Studienbeginn zwar zu dick, aber nicht depressiv waren, nach fünf Jahren mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit unter Depressionen litten als Normalgewichtige. Und die Ursachen dafür? Forscher der State University in New Jersey orten diese erneut bei unerreichbaren Schönheitsidealen und Stigmatisierungsprozessen.

Die Qual der Wahl? Ein perfekter Körper oder 30.000 Euro?

Wie weit der Körperkult gehen kann, zeigt eine im Jahr 2010 von MeinungsforscherInnen der F + S Medienservice GmbH publizierte Umfrage. Dazu wurden 1.013 Frauen und Männern im Alter zwischen 18 und 55 Jahren befragt. Das Ergebnis: Jede fünfte Frau macht sich Gedanken über ihr Aussehen, bei Männern sind es nur 13 Prozent. Immerhin 17 Prozent der Befragten befassen sich intensiv mit ihren Problemzonen.

Besonders bedenklich: 26 Prozent der Frauen würden sogar auf 30.000 Euro in bar verzichten, wenn stattdessen die überflüssigen Pfunde schwänden.

Gewicht ist nicht alles im Leben

In einem Forum schreibt ein User: „Es ist schon beeindruckend, und für mich auch erschreckend, wie viel Raum das Thema Figur und Gewicht in unserer Gesellschaft einnimmt. So viele Menschen fühlen sich angesprochen und betroffen. Wobei auffällt, dass sich fast nur Frauen zu Wort melden. Aber auch ich als Mann kenne das: man hat sich lange nicht gesehen, trifft sich wieder und direkt nach der Begrüßung wird bemerkt "Du hast aber ganz schön zugenommen" oder "Toll, wie hast du so viel abnehmen können".
Jedenfalls wird immer das Äußere gecheckt und bewertet. Und je nachdem auf welcher Seite man sich grad befindet, fühlt man sich nach dieser Frage gut oder sofort schlecht. Dabei bestehe ich als Person doch nicht nur aus meiner Figur und meinem Gewicht. Mich ärgert das furchtbar.“

Ein Ärger, der durchaus vermeidbar wäre, würden wir (auch) anderen Lebensbereichen mehr Beachtung schenken. Machen Sie Ihr Gewicht, im wahrsten Sinne des Wortes nicht zum Maß aller Dinge.

 

Pepe Assistant

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