Kilos verlieren, Lebensqualität gewinnen!

Navigation
Anmelden

Stress ist eine Abnehmbremse!

Immer wieder bemerken wir, dass Menschen, welche sich einem regelrechten Abnehmstress aussetzen, kaum abnehmen. Es muss aber nicht so offensichtlich sein. Es zeigt sich, dass auch Menschen, welche nach außen hin sehr ruhig wirken, jedoch vermehrt Stresshormone produzieren, ebenfalls sehr schwer abnehmen – trotz wirklichen Bemühens.

Autor: KiloCoach Datenbank

Veröffentlicht: 29.03.2013 | 00:00

© Olly Fotolia
© Olly Fotolia

Zuerst einmal die Vorgeschichte

Da erhalten wir z.B. eine Anfrage mit folgendem Wortlaut: „Bitte geben Sie mir einen guten Rat - bin ziemlich verzweifelt, weil ich mir derzeit überhaupt nicht gefalle.“ Nun, wir können dieser Person nichts anderes empfehlen als wir ohnehin tun. Auffallend aber ist, dass unter einem solchen Druck kaum erfolgreich abgenommen wird.

Ein weiteres Beispiel: Bei dem Einführungsabend in die Vortragsreihe in meiner Praxis erlebte ich selbst eine große Überraschung. Als Übung für so zwischendurch hatte ich das „Inselhüpfen“ vor. Das sah folgendermaßen aus: Ich habe vier "Willens-Inseln" (einfach grünes Papier) vorbereitet, die ich am Boden aufgelegt habe und ich habe die Leute aufgefordert zum Inselhüpfen, also sich von einer Insel zu anderen zu bewegen und sich anzusehen, wie man sich hier oder dort fühlt. Und sich schließlich für jene zu entscheiden, die für einen passt. Die vier "Willens-Inseln" hießen:

1. Ich möchte ja, aber ...
2. Jetzt gehts los!
3. Ich muss abnehmen!
4. Ihr könnt mich alle!

Es war auch für mich überraschend zu sehen, wo die meisten Leute standen: nämlich auf der Insel: „Ich muss abnehmen!" Es zeigt, welch Druck meist hinter dem Abnehmvorhaben steht.

Dazu passt, dass ich nun Personen, die große Probleme mit der Gewichtsabnahme hatten, genauer medizinisch untersuchen durfte. Ein großer Teil davon hat eine überschießende körpereigene Cortisonproduktion. Das ist eines der typischen Stresshormone. Es gibt also für mich eine ganz klare negative Auswirkung von Stress auf das Ziel, abzunehmen. In Summe waren also diese Erlebnisse Anlass genug, nun das Thema Stress einmal von der medizinisch-biologischen Seite her aufzurollen.

Was machen die Stresshormone?

Zu den Stresshormonen zählen Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol. Sie werden in der Nebenniere gebildet (Noradrenalin auch in Nervenzellen). Die Nebennieren sind zwei Gewebsstücke, die wie Kappen den beiden Nieren aufsitzen. Die Stresshormone haben den Sinn, den Körper für Gefahrensituationen vorzubereiten, also für die zwei Reaktionen, die auf Gefahr hin möglich sind: Flucht und Angriff. Das bedeutet: Verzicht auf alle regenerative und relaxierende Tätigkeiten wie Verdauung, Magenknurren, kein Ruhe- und schon gar kein Schlafbedürfnis sondern hellwache Aufmerksamkeit, keine Lust auf Sex und Kuscheln, die Hautdurchblutung wird gedrosselt, die der Muskel jedoch gesteigert, Bereitstellung der Energie aus den Zellen für die zu erwartende Muskelanstrengung, durch einen schnelleren und kräftigeren Herzschlag wird mehr Blut zur Verfügung gestellt. Sogar die Blutgerinnung ist beschleunigt, um im Falle einer Verletzung eine Blutung zu reduzieren. Bereitstellung von vermehrtem Sauerstoff durch schnellere Atmung und vieles mehr.

Sieht man sich genauer die biochemischen Vorgänge an, ergeben sich viele Argumente, wie die Stresshormone das Abnehmen, sprich: den Fettabbau behindern können. Adrenalin wirkt im Sinne der Energiebereitstellung blutzuckersteigernd, indem es rasch zum Abbau des Glykogens zu Zucker führt. Es wirkt aber auch lipolytisch, d..h. fettauflösend, ebenfalls im Sinne einer raschen Energiebereitstellung. Unter Adrenalineinwirkung kann der Energiebedarf um 30% steigen.

Auch das Cortisol ist ein Gegenspieler des Insulins. Ist es die Funktion des Insulins, die Glukosemoleküle aus dem Blut in die Zellen zu transportieren, also den Blutzucker niedrig zu halten und die Energie in der Zelle zu speichern, so bewirkt das Cortisol genau das Gegenteil: Es hemmt die Zuckeraufnahme in die Zelle und beschleunigt die Produktion von Blutzucker durch unsere Leber. Damit wirkt Cortisol blutzuckersteigernd, aber auch insulinsteigernd da ja ein hoher Blutzuckerspiegel ein Reiz ist für die Insulinausschüttung. Nun schleust das Insulin aber nicht nur den Zucker in die Zelle, sondern auch das Fett und es hemmt den Fettabbau in der Zelle. Es ist ein regelrechtes Masthormon und dient dazu, Energie zu speichern bzw. die Energie im Bedarfsfall in der Zelle zur Verfügung zu haben. Cortisol bewirkt aber auch einen Muskelabbau, was bei lang bestehendem körpereigenen Überschuss oder bei langdauernder Einnahme von cortisonhältigen Medikamenten zu einem deutlichen Muskelschwund und einer Fettansammlung gerade am Stamm führt.

Nun scheint es paradox, dass Adrenalin, welches den Stoffwechsel ankurbelt und auch den Fettabbau fördert, ein Abnehmblocker sein soll. Es scheint aber verschiedene Arten von Stress und auch verschiedene Hormonmuster zu geben. Während die Katecholamine, also Adrenalin und Noradrenalin sehr kurzfristig gesteuert werden und für die Akutreaktionen wichtig sind, ist das Cortison wesentlich langfristiger gesteuert. Interessant ist auch, dass der Cortisonspiegel eine deutliche Tagesrhythmik aufweist. Die maximale Produktion ist nicht, wie wir vermuten würden, in den akuten Stresssituationen, sondern in den frühen Morgenstunden (etwa 06.00 Uhr), also zu einer Zeit, in der wir gewöhnlich noch (oder schon) friedlich schlafen. Das Hormon wird sozusagen auf Vorrat gebildet und im Laufe des Tages „verbraucht“. Es wirkt auch nicht so rasch wie Adrenalin und Noradrenalin da es erst an den Zellkern gelangen muss und dort bestimmte Reaktionen auslösen muss, etwa die Produktion bestimmter Rezeptoren an der Zelle, oder die Produktion bestimmter Enzyme. Daher scheint Cortisol vor allem in chronischen Stresssituationen erhöht zu sein, während Noradrenalin und Adrenalin hier weniger Bedeutung haben. Bestätigt wird diese Annahme durch zahlreiche Untersuchungen an Burn Out Patienten, welche einen verringerten Cortisolspiegel aufweisen. Es zeigt sich darin, wie wichtig dieses Hormon zur Bewältigung von Stress ist.

Interessant ist weiter, dass das Cortisol die Umstellung des Stoffwechsels bei einem Nahrungsmangel bewältigt. Ohne Cortisol könnten wir offenbar keine Stressphasen überleben und auch keine Hungerphasen und über seine appetitanregende Wirkung schützt es den Körper davor, sich zu sehr auszuhungern. Eine ausreichende Nahrungszufuhr ist daher wichtig, um einen Sparflammeneffekt, in welchem der Körper nur sehr wenig an Energie verbraucht, zu verhindern und auch einen Anstieg des Cortisols zu verhindern. Ein Versuch an Ratten zeigte auch, dass Tiere, welche Zuckerwasser erhielten, in Stresssituationen weniger Cortisol produzieren. Es könnte durchaus sein, dass das Verlangen, in Stresssituationen zu naschen, bereits ein Schutzmechanismus des Körpers ist, der so verhindern will, noch mehr Cortisol zu produzieren. Es würde mich auch sehr interessieren, ob Menschen, die in Stresssituationen nichts essen können, eher eine adrenalinvermittelte Reaktion haben und Menschen, welche gerade gegenteilig auf Stress, nämlich mit vermehrtem Essen, reagieren, eine eher cortisolgesteuerte Reaktion aufweisen.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass ein Übermaß von Stress, sei er körperlicher oder seelischer Natur, oder auch in Form von Hunger, vermieden und reduziert werden sollte. Dabei ist es nicht so wichtig und vermutlich auch gar nicht wünschenswert, gar keinen Stress zu haben, sondern sich immer wieder zwischen den Stressphasen Erholungsphasen zu gönnen.

Wie genau reagiert Ihr Körper auf Stress?

Viele halten sich für sehr stressresistent oder spüren nicht im Mindesten, wie sehr ihr Körper bereits im Stressschwitzkasten steckt. Möchten Sie ein kleines Experiment machen um zu sehen, wie schnell Ihr Körper auf geringste Reize reagiert?

Gut, setzen Sie sich bequem auf Ihren Stuhl während Sie hier weiter lesen. Stellen Sie sich vor, dass Sie nun etwas sehr Nettes lesen, etwa eine ganz liebe Mail, oder einen lustigen Artikel. Können Sie sich erinnern, so etwas in letzter Zeit gelesen zu haben? Wenn nicht, dann hatten Sie sicher sonst eine sehr nette Begegnung. Jemand hat etwas sehr Nettes gesagt. Was war es? Wer hat es geschrieben oder gesagt? Was hat sie erheitert? Was hat Ihnen gefallen? Sie erfreut? Stellen Sie sich nochmals kurz diese Situation vor, die Sie da erlebt haben. Vielleicht beschreiben Sie sogar dieses kleine Erlebnis mit ein paar Sätzen. Und während Sie dies tun, klirrt plötzlich eine Fensterscheibe im Zimmer nebenan. Und Sie hören es weiter krachen und nun Schritte, die von hinten auf Sie zu kommen.

Genug? Wie steht es nun mit Ihrem Puls? Ist er gestiegen, während Sie das gelesen haben? Ist Ihre Atmung schneller geworden? Es waren nur Vorstellungen. Und Sie haben sogar gewusst, dass dies lediglich ein Experiment ist. Und dennoch hat Ihr Körper vermutlich bereits reagiert. Wie erst in Situationen, in denen es wirklich um Ihre berufliche Laufbahn, um Ihre Beziehung, um Ihre wirtschaftliche Existenz geht?

Wichtig zu wissen ist auch, dass wir es mit einer ganz neuen Form von Stress zu tun haben, die nicht mehr zu den Reaktionen des Körpers passt. Der Körper reagiert geeignet, um einen Sprint hinzulegen, es würde passen, um einen Gegner den Schädel einzuschlagen. Aber uns stresst der Chef mit seinen Hinweisen, dass dies und jenes noch nicht erledigt sei und wir haben am Schreibtisch zu sitzen und uns freundlich und ruhig zu verhalten und noch dazu mit Perfektion und Tempo zu arbeiten. Und am Abend wundern wir uns, warum wir uns abgeschlagen und todmüde fühlen.

Was tun gegen Stress?

Diese vom Körper mobilisierte aber nicht verbrauchte, sondern womöglich runter geschluckte Energien rauben uns Kraft und vermitteln uns den Eindruck, einen unglaublich anstrengenden Tag gehabt zu haben. Deshalb ist Bewegung eines der wirksamsten Mittel, um genau diesen Stress auszuleben und abzureagieren. Ein Video auf You Tube (siehe Link) und die Rektionen darauf zeigen den Bewegungsdrang der entsteht und wie befreiend es ist, seinen Impulsen nachzugeben. Ob dies nun ein Sprint um den Häuserblock ist oder ein Trommelkurs, oder ein Teufelsritt mit Putzlappen und Besen durch die Wohnung, das ist egal. Es werden die Kräfte frei, die im Zaum zu halten uns so viel Kraft gekostet hat, wir verbrauchen nun auch Kalorien und wir essen vermutlich dabei nicht!

Grundsätzlich unterscheiden wir drei Ebenen der Stressbewältigung: Die erste ist die „instrumentelle“ Ebene. Hier schaffen wir Vorraussetzungen, uns zu erholen. Wir schalten z.B. das Handy ab, den Fernseher oder den Computer aus, wir folgen einmal einer Einladung nicht, sondern machen es uns gemütlich zu Hause.

Die zweite Ebene ist die „kognitiven Ebene“. Hier werden Faktoren und Einstellungen überprüft, die zu Stress führen. Dies könnte z.B. das Bestreben sein, es allen recht zu machen oder das Gefühl, immer benachteiligt zu sein. An diese Dinge zu rühren, löst oft sehr viel aus und bedeutet manchmal länger daran arbeiten zu müssen, aber allein schon diese Faktoren zu erkennen, reduziert bereits den Stress.

Schließlich ist es die „regenerative“ oder „palliative“ Ebene. Es ist alles, was uns erleichtert, was uns wieder Energien gibt und zur Regeneration führt: Ein Spaziergang, im Garten arbeiten, ins Kino gehen, ein Bad nehmen, in die Sauna gehen, ein Buch lesen, sich massieren lassen … Zusätzlich helfen können ganz kleine Übungen, welche überall ohne Aufwand gemacht werden können, etwa Arme von unten nach oben ausklopfen und ausstreifen, Hände auf die Augen legen, Oberkörper nach vorne hängen lassen, Schultern anziehen und los lassen. Wer mehr davon möchte, dem kann Yoga oder autogenes Training empfohlen werden, mit dessen Hilfe man sich auch in kritischen Situationen entspannen kann. Es werden unzählige Methoden, Kurse und Bücher geboten. Wichtig ist vermutlich dabei nur eines: Überhaupt etwas zu machen. Planen Sie also die nächsten Schritte gleich jetzt.

Pepe Assistant

Herzlich Willkommen bei KiloCoach™!

KiloCoach™ bietet das Wissen und die Werkzeuge für eine erfolgreiche Gewichtsabnahme. Keine Radikaldiäten, kein Jojo-Effekt – von Krankenkassen empfohlen und wissenschaftlich bestätigt.

7 Tage gratis testen

Berechnen Sie Ihren BMI

kg
cm
Mehr herausfinden

Vorteile

  • Gewicht verlieren ohne Hunger
  • Keine Diätvorschriften
  • Ohne Jojo-Effekt
  • Mit Unterstützung von Experten
  • Motivierende Community
Hier registrieren

Wissenschaftliche Studien

Newsletter abonnieren

Besuchen Sie uns auf Facebook