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Richtiger Umgang mit Cholesterin

Cholesterin ist lebenswichtig. Cholesterin ist schlecht. Cholesterin ist ein Blutfett. Cholesterin ist chemisch gar kein Fett. Was ist nur mit diesem Molekül los?

Autor: Sylvia Neubauer

Veröffentlicht: 20.06.2014 | 00:00

(© ralwel - Fotolia.com)
(© ralwel - Fotolia.com)

 

Cholesterin ist lebenswichtig

Und nicht nur das! Cholesterin ist sogar für Gehirnfunktion und Gedächtnisleistung förderlich! Wussten Sie, dass Muttermilch etwa zweimal so viel Cholesterin enthält wie Kuhmilch, nämlich 25mg versus 12mg pro 100ml? Dies dürfte mit verantwortlich dafür sein, dass Kinder, die gestillt wurden, später einen höheren IQ entwickeln. Gerade während der Entwicklungsphase des Gehirns und des Nervensystems ist das Cholesterin also unerlässlich.

Cholesterin ist Bestandteil jeder Zellmembran

Eine Zellmembran besteht aus mehreren Schichten, die entweder wasserähnlich (hydrophil) oder fettähnlich (lipophil) sind, sodass sowohl wasserlösliche als auch fettlösliche Substanzen in die Zelle eingeschleust werden können. Und Cholesterin ist hier wesentlicher Bestandteil der fettlöslichen Schichten.

Cholesterin ist auch ein wichtiger Bestandteil der Nervenscheiden

Das sind die Hüllen, die die Nerven in ihrem gesamten Verlauf wie eine Isolierschicht umgeben. Nur so können Signale die Nerven entlang geleitet werden.

Stellen Sie sich ein nicht isoliertes Stromkabel vor! Es würde von Kurzschlüssen nur so funken und der Strom käme nur ganz selten bis zu dem Gerät, welches betrieben werden sollte. So sorgen die Isolierschichten der Nerven, dass das Signal vom Hirn auch wirklich in den Zehen ankommt und diese gehoben werden, wenn man einen Schritt weiter nach vorne macht.

Wichtig für den Hormonaufbau

Schließlich werden aus Cholesterin und den Vorläufermolekülen noch unsere Geschlechtshormone gebaut und auch unser körpereigenes Cortisol. Ohne Cholesterin wäre also unser Leben gar nicht möglich.

Der Körper kann Cholesterin selbst produzieren

In der gängigen Literatur wird angegeben, dass der Körper sein benötigtes Cholesterin zu 90% selbst produziert. Doch der Körper kommt sehr gut auch ohne Nahrungscholesterin aus. Und das ist gut so. Da nämlich Cholesterin ausschließlich in tierischen Nahrungsmitteln vorkommt, hätten die wenigsten unserer Vorfahren überlebt, wenn der Körper auf die Zufuhr angewiesen wäre. Da geht der Körper doch lieber auf Nummer sicher und baut sich das, was er unbedingt braucht, schon selbst.

Klar belegt ist jedoch auch, dass erhöhtes Nahrungscholesterin zu Atherosklerose und damit zur koronaren Herzkrankheit führt. Es erhöht auch das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen, etwa für Brustkrebs.

Die Empfehlungen lauten daher, das Nahrungscholesterin auf maximal 300 mg pro Tag zu beschränken. Diese Menge ist bereits in einem größeren Ei enthalten. 100 g Käse oder Wurst beinhalten rund 100 mg Cholesterin, ¼ l Milch rund 30 mg und eine kleine Portion Butter (10g) liefert 28 mg Cholesterin. Daher ist es klar, dass hier vorwiegend auf die Menge der Eier geachtet werden sollte.

Die Empfehlung lautet: 300 mg Nahrungscholesterin pro Tag – warum gerade diese Menge?

Für diesen Grenzwert von maximal 300 mg sprechen nicht nur klinische Studien, auch die Darmphysiologie liefert dafür ein triftiges Argument: Cholesterin im Darm wird mit den Gallensalzen, die aus der Leber über die Gallenwege in den Darm gelangen, emulgiert.

Das bedeutet:

die fettähnliche Substanz wird so aufbereitet, dass sie in Wasser lösbar ist. So kann sie über das Blut abtransportiert werden. Etwa 500mg Cholesterin können so pro Tag aus dem Darm aufgenommen werden. Sind keine Gallensalze mehr da, kann auch kein Cholesterin mehr aufgenommen werden.

Daraus ergibt sich, dass es wenig bringt, seine Cholesterinzufuhr von 1-2 g täglich (das ist der Durchschnitt!) auf ein halbes oder ein ganzes Gramm zu reduzieren. Es werden nur 500mg davon aufgenommen. Kommen Sie aber unter die Grenze von 500 mg, bringt eine weitere Reduktion eine deutliche Senkung des Serumcholesterins.

Hier liegt übrigens auch der Ansatzpunkt der Ballaststoffe: Diese resorbieren die Gallensalze (nebst vielen anderen Substanzen). Es kann also weniger Cholesterin aus dem Darm resorbiert werden.

Wie führt Cholesterin zu Atherosklerose?

Cholesterin im Blut ist vor allem in LDL, in wasserlösliche Lipoprotein-Partikel (LDL = low density lipoprotein) „verpackt“.Um es von dort wieder heraus zu kriegen, gibt es zwei Möglichkeiten. Die LDL-Partikeln werden von der Leber aufgenommen. Dafür haben Leberzellen LDL-Rezeptoren an der Oberfläche, die die vorbeischwimmenden LDL-Partikeln sozusagen abfangen.

Die zweite Möglichkeit:

Es wird von der Spezialeinheit unseres Abwehrsystems entsorgt. Diese Spezialisten heißen Makrophagen. Sie fressen einfach, was ihnen in den Weg kommt und sind für Abräumreaktionen, etwa nach einer Verletzung, bei einem Bluterguss oder nach einer Infektion zuständig. Sie sind sozusagen die "Müllabfuhr" des Körpers.

Gut ist, dass diese „Müllabfuhr“ besonders das oxidierte LDL mag, blöd ist nur, dass diese keinen Sättigungsmechanismus zu kennen scheint. Diese "Müllzellen" fressen unbegrenzt und werden in den Gefäßwänden zu Schaumzellen, platzen mitunter auch, was nun weitere „Kollegen“ und andere Entzündungszellen herbeiruft. So entsteht ein Plaque, eine mehr oder weniger verhärtete, entzündliche und fetthaltige Stelle in der Gefäßwand, welche das Gefäß langsam bis zur Gänze verschließen kann, oder einfach aus heiterem Himmel platzen kann.

Der Inhalt des Plaques mit dem toten und lebenden Makrophagenmaterial, dem freien Cholesterin und dem Kalk, und was sonst noch da ist, entleert sich in die Blutbahn. Der Körper erkennt dies auch richtig als „Wunde“ und aktiviert sofort sein Abdichtesystem, das Gerinnungssystem. Das ist an sich eine sinnvolle Reaktion, Blutgefäße sollten nun einmal dicht sein.

Nun spielt sich das alles meist in einem der Herzkranzgefäße ab, dadurch bekommt leider der Herzmuskel, der normalerweise aus diesem Gefäß versorgt wird, kein Blut mehr. Diesen Zustand nennen wir Herzinfarkt. Findet der Großeinsatz in den Halsschlagadern statt, ist es das Gehirn, das von der Blutzufuhr abgeschnitten ist und damit einen Schlaganfall erleidet.

Was hat Übergewicht damit zu tun?

Fettreiche und mengenreiche Kost führt oft zu beidem: Zu Übergewicht und zu erhöhten Blutfetten. Leider aber schaukeln sich diese beiden Faktoren dann auch noch gegenseitig hoch.

Wie funktioniert das?

Ganz im Gegensatz zu Makrophagen ist die Leber vernünftiger und reguliert sich selbst je nach Bedarf. Sind im Blut Cholesterin und Blutfette hoch, registriert dies die Leber als „Überangebot“ und schützt sich selbst, indem sie einfach weniger LDL-Rezeptoren an ihre Zelloberfläche schiebt.

Der Nachteil:

Dies verlangsamt den LDL-Abbau. Ändert man seine Ernährungsgewohnheiten nicht, kommt es so zu einem sukzessiven Anstieg des LDLs. Gleichzeitig ist aber bei Übergewicht auch die Blutzuckerverwertung meist schon sehr ausgereizt, wenn nicht sogar überfordert. Das ist an den erhöhten Insulinwerten oder bereits bestehendem Diabetes mellitus erkennbar.

Es ist also, wenn schon nicht der Blutzucker, so zumindest der Insulinspiegel im Blut erhöht. Zudem fördern aber nicht nur Glucose, sondern auch noch hohe Fettsäurespiegel und hohe Aminosäurespiegel die Sekretion von Insulin.

Und wie wirkt sich das auf den Organismus aus?

Hohe Insulinwerte hemmen sehr effektiv die Fettverbrennung. Die Folge ist eine Fettspeicherung im Gewebe und sogar vermehrte Fettsynthese.

Cholesterin ist ein Alkohol – „schlecht“ für die Leber

Chemisch betrachtet ist Cholesterin gar kein Fett, sondern ein Alkohol mit fettähnlichen Eigenschaften. Dass diese Alkohole aber irgend etwas mit Fett zu tun haben, wird Ihnen von der leberverfettenden Wirkung des „Genussmittels“ Alkohol bekannt sein. Leberverfettung sieht man nun auch zunehmend mehr bei zunehmender Häufigkeit von Fettsucht. Dies kann bis zur Leberzirrhose und dem völligen Leberversagen führen. Eine Leberverfettung auf Grund von Adipositas (Fettsucht) ist übrigens in den USA bereits zu einer der häufigsten Ursachen für Lebertransplantation geworden!

Wie sinnvoll sind Medikamente?

Pharmakonzernen wird mitunter vorgeworfen, sie würden die Grenzwerte für Serum-Cholesterin nur deswegen sukzessive nach unten schrauben, um den Verkauf von Medikamenten zu erhöhen. Ganz unabhängig davon ist aber bekannt, dass die Grenzwerte keinesfalls zu strikt angesetzt sind. Es wird heute vielfach ein Cholesterinwert unter 240 mg/dl als normal, bzw. ein Cholesterinwert unter 200 mg/dl als ideal angesehen. Das Risiko für Herz-Kreislaufereignisse, wie es der Experte nennt (gemeint sind damit natürlich Herzinfarkt und Schlaganfall) ist aber nochmals geringer, wenn der Cholesterinspiegel bei 150 mg/dl liegt.

In großen Teilen Chinas liegen die Durchschnittswerte sogar bei unter 100 mg/dl und in diesen Gegenden sind Herz-Kreislaufereignisse eine Seltenheit. Ob es aber sinnvoll ist, niedrige Cholesterinspiegel mit Medikamenten zu erreichen, sei dahin gestellt. In Fällen mit einer genetischen Grundlage wird man nicht darum herum kommen.

Ist man aber fettstoffwechselmäßig zumindest prinzipiell „gesund“, ist es vermutlich besser und viel vergnüglicher, mit einer gesunden Kost, mit reichlich Gemüse, wenig tierischen Produkten und vielen Vollkornprodukten das Ziel zu erreichen. Damit meidet man die Nebenwirkungen wie Kopf- und Bauchschmerzen, Übelkeit und die zwar seltenen, aber mitunter schweren Muskelerkrankungen. Und damit trifft man gleich mehrere sehr lästige Fliegen auf einen Schlag: Übergewicht, Blutzuckerprobleme, erhöhte Blutfette und Blutdruck zugleich.

Pepe Assistant

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