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Proteine bei veganer Ernährung

Proteine sind für uns der Inbegriff einer hohen Ernährungsqualität. Je mehr Protein, desto besser, so denken nicht nur viele Laien sondern auch Wissenschaftler. Wenn die Versorgung mit Nährstoffen knapp ist, trifft dies auch zu. In der Situation des Überflusses, kommen jedoch plötzlich viele nachteilige Effekte zum Vorschein.

Autor: Dr. Rosa Aspalter

Veröffentlicht: 13.05.2016 | 15:52

© Meditations
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Die Geschichte von Colin Campbell

Colin Campbell ist zwar ein amerikanischer Biologe, hatte aber im Laufe seines Lebens immer wieder mit Ernährung zu tun. Zum Teil deshalb, weil er mit den stärksten Giften, die in Lebensmitteln vorkommen, arbeitete. Er war in der Hoffnung, mit seiner Forschung die Ernährung der Menschen verbessern zu können – und darunter verstand er: Sie eiweißreicher zu gestalten. Sein Erstaunen war groß, als er eine Studie über Leberkrebs bei Ratten durch das Schimmelpilzgift Aflatoxin fand. Diese Studie ergab, dass die Tiere, welche nach der Verabreichung der Giftdosen eine „gewöhnliche“ Ernährung mit 20% Eiweiß erhielten größtenteils an Leberkrebs erkrankten, jene mit 5% Eiweiß aber nicht. Zunächst vermutete man eine Verwechslung oder andere Fehler, aber das Ergebnis ließ sich reproduzieren!

Daraufhin untersuchte Campbell die verschiedenen Eiweißarten und fand, dass tierisches Eiweiß den Krebs wachsen ließ, pflanzliches Eiweiß aber nicht. Unter den tierischen Eiweißarten war das problematische Protein das Milchprotein Casein. Campbell machte daraufhin Experimente mit verschiedenen Eiweißmengen und stellte dabei fest, dass das Krebswachstum bei Ratten ab einem Eiweiß-Anteil von 12% zu steigen begann. Die benötigte Menge für optimales Zell-Wachstum liegt bei Ratten (und auch bei Menschen) bei etwa 10%!

Die Funktionsmechanismen des krebsfördernden Effekts

Mittlerweile haben Forscher viele Mechanismen gefunden, welche für diesen krebsfördernden Effekt von tierischen Proteinen verantwortlich sein könnten. So kommt z.B. Methionin in tierischem Eiweiß viel häufiger vor als in pflanzlichem Eiweiß. Während normale Zellen Methionin bilden können, können dies Krebszellen nicht und sind daher auf die Methioninzufuhr angewiesen. Mit einer methioninarmen Ernährung schwächt man also insbesondere die Krebszellen. Die überreiche „Vollwertigkeit“ der tierischen Proteine dürfte dafür verantwortlich sein, dass dem Zellwachstum keine Grenzen gesetzt sind - auch nicht dem überschießenden Zellwachstum, dem Krebs. Was nun den Menschen betrifft, gibt es viele Präventionsstudien, welche einen klaren Zusammenhang zwischen Fleisch- und Milchkonsum und Krebs nachweisen. 2015 hat die WHO dem klinischen und experimentellen Stand der Forschung zumindest teilweise Rechnung getragen und verarbeitetes Fleisch (also z.B. Wurst und Fleischkonserven) als definitiv krebserregend und rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend eingestuft.

Viele weitere erstaunliche Effekte

Methionin und Cystein sind zwei Aminosäuren welche im tierischen reichlicher als im pflanzlichen Eiweiß vorkommen. Es sind diese säurebildenden Aminosäuren, die Blut und Zellinneres ansäuern und deshalb ausgeglichen werden müssen. Dies macht der Körper mit Calcium. Man sieht dies sehr gut an der Calciumausscheidung im Harn. Während Allesesser etwa 260 mg Calcium pro Tag ausscheiden, sind es bei Vegetariern um die 200 mg und bei Veganern nur 160 mg. Menschen die sich nach der Atkins-Diät ernähren, die reich an Steak, Ei und weiteren tierischen Produkten ist, scheiden sogar 360 mg Calcium pro Tag aus! Nun wäre es aber sehr gefährlich, wenn der Calciumspiegel im Blut unter den Normalwert absinken würde, da dies z.B. zu schwersten Herzrhythmusstörungen führt. Der Körper muss aus das Calcium woanders einsparen, damit es im Blut seinen Aufgaben nachgehen kann. Also wird das Calcium aus den Knochen entnommen! Das ist der Grund dafür, dass Länder mit hohem Milchkonsum viele Osteoporose- und Hüftfrakkturraten haben. Milch hat zwar Calcium, das Eiweiß in der Milch entzieht dem Körper aber mehr, als sie ihm bringen kann!

Zu viel Eiweiß macht die Gefäße steif

Haben Sie schon von der Proteinspeicherkrankheit gehört? Bei einem Überschuss an Eiweiß lagern sich die Aminosäuren im Bindegewebe ab. Insbesondere Lysin ist hier von Bedeutung. So wichtig es ist für ein gutes straffes Bindegewebe ist (genauso wichtig wie auch Vitamin C!), wenn es zu viel ist, führt es zu einer vermehrten Bildung von Kollagen und ganz besonders zur Verdickung der Basalmembranen. Die Basalmembranen sind jene Schichten, an denen Gefäßinnenwände sozusagen aufliegen. Und Versuche, mit einer eiweißarmen Kost haben tatsächlich zu einer Verbesserung der Gefäßfunktion und zu einer Rückbildung eines hohen Blutdrucks geführt! Auch Lysin ist eine der Aminosäuren welche im tierischen Eiweiß reichlicher vorkommt als im pflanzlichen. So enthalten z.B. Fleisch und Lachs ca. 2g Lysin pro 100 g Eiweiß. Lediglich die kleine kecke Erbse kann unter den pflanzlichen Hülsenfrüchten damit Schritt halten. Alle anderen pflanzlichen Lebensmittel liegen darunter.

Zu viel Eiweiß führt zu Wassereinlagerung und Nierenschäden

Die im Bindegewebe abgelagerten Eiweißbestandteile (zusammen mit dem meist ebenso reichlich konsumierten Salz) führen zu einer Wassereinlagerung und damit neuerlich zu einer Verschlechterung der Durchblutung und der Nährstoffversorgung. Besonders fatal wirkt sich das aus, wenn durch Lysin und andere Eiweißbestandteile die Basalmembranen in der Niere verdickt sind und das Bindegewebe verschwollen ist. Die Filter- und Ausscheidungsfunktion der Nieren ist damit schwer beeinträchtigt und dies kann zum chronischen und schließlich völligen Nierenversagen führen.

Tierisches Eiweiß fördert Entzündung in Gelenken und im Gehirn

Hinzu kommt, dass tierisches Eiweiß über mehrere Wege die Entzündung fördert. Es ist zum einen schon allein die „ansäuernde“ Wirkung, welche Entzündungsprozesse fördert und Entzündungszellen anlockt und regelrecht aufputscht. Zum anderen sind es außerdem hormonartige Substanzen, Wachstumsfaktoren und „Cytokine“, welche die Entzündung weiter stimulieren.

Während es also teilweise einfach die Menge an Eiweiß ist, welche viele unsere nur zu gut bekannten Zivilisationskrankheiten fördert, hat das tierische Eiweiß weitere spezielle Eigenschaften, die in besonderer Weise deren Entstehung und deren unaufhaltsames Fortschreiten begünstigen.

Was sollen Sie also nun essen? Und ist es nicht schwer, mit rein pflanzlicher Ernährung seinen Eiweißbedarf zu decken?

Dass es nicht unmöglich ist seinen Eiweißbedarf zu decken, zeigen schon unsere großen und muskelbepackten Verwandten, die Schimpansen. Sie ernähren sich nämlich ausschließlich pflanzlich. In der Tat ist es ein Leichtes, auf 10% Eiweiß zu kommen. Sogar Kartoffeln und Reis enthalten etwas Eiweiß. Auch bestimmte Getreidesorten, wie etwa Quinoa und Amaranth sind sehr eiweißreich. Die Top-Lieferanten sind aber die Hülsenfrüchte, also alle Arten von Bohnen, Erbsen und sogar Erdnüsse gehören dazu. Davon sollte jeden Tag mindestens eine Portion in den Speiseplan eingebaut werden! Wenn Sie dann noch etwa Sojamilch in Ihr Müsli geben, haben Sie alles, was Sie an Eiweiß brauchen. Sowohl die wichtigste essentielle Aminosäure Lysin, sowie viele Ballaststoffe und hoch wirksame sekundäre Pflanzeninhaltstoffe!

In diesem Sinne:

veganer Teller

Tipp! Sehen Sie sich, wenn Sie einen Versuch mit veganer Ernährung starten, einfach in Ihrem Kilocoach-Login Ihre Eiweißzufuhr (zu finden unter: Meine Auswertungen) an!

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