Kilos verlieren, Lebensqualität gewinnen!

Navigation
Anmelden

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Was ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit? Welche gibt es und was ist der Unterschied zu einer Allergie? Und was kann man tun?

Autor: Dr. Rosa Aspalter

Veröffentlicht: 11.05.2015 | 08:43

(© snyggg.de - Fotolia.com)
(© snyggg.de - Fotolia.com)

Was ist der Unterschied zwischen Allergie und einer Unverträglichkeit?

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem gegen Nahrungsbestandteile, meist Proteine und wehrt sie als „fremd“ ab. Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder -intoleranz ist der Organismus nicht in der Lage, bestimmte Nahrungsbestandteile zu verdauen bzw. im Stoffwechsel zu verwerten. Es ist zu wenig von einem Enzym vorhanden oder es fehlt ein sonstiger Stoff.
Nahrungsmittelintoleranzen sind wesentlich häufiger als Nahrungsmittelallergien.

Während Nahrungsmittelallergien im Kindesalter nicht so selten sind, sind im Erwachsenenalter Intoleranzen wesentlich häufiger als echte Nahrungsmittelallergien. Beim Kind entwickelt sich zunehmend die Darmbarriere und damit wachsen sich die Symptome einer Allergie oft aus. Enzymfunktionen gehen oft mit dem Erwachsenenalter verloren, so etwa die Aktivität der Lactase, jenem Enzym, welche den Michzucker, die Lactose, spaltet. Daher sind Unverträglichkeiten eher beim Erwachsenen zu finden und werden mit der Zeit häufiger.

Alles oder nichts

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem, wenn es ein „Antigen“ erkennt. Das erfolgt nach dem Alles-oder nichts-Gesetz. Antikörper und Antigen (z.B. ein Milchprotein) passen zusammen wie Schlüssel und Schloss und lösen damit die Reaktion aus. Daher ist die Menge des Antigens egal, auch kleinste Mengen können schwere Reaktionen, bis zum Schock, hervorrufen.

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit können, je nach der noch vorhandenen Aktivität, kleinere Mengen toleriert werden. D.h. während bei einer Allergie das „Allergen“ unbedingt und vollständig gemieden werden muss, kann bei einer Unverträglichkeit die individuell tolerierte Menge herausgefunden werden. Ein „Milchallergiker“ kann also gar keine Milch trinken, während jemand, der an einer Laktoseintoleranz leidet, durchaus geringe Mengen zu sich nehmen kann, ohne nennenswerte Beschwerden zu haben.

Was sind die häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

Zu den häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören die Histamin-, die Fructose-, die Lactose- und die Glutenunverträglichkeit. Ein Teil der Erwachsenen verliert natürlicherweise die Lactaseaktivität, sodass eine gewisse Lactoseunverträglichkeit durchaus „normal“ sein kann. Bei Fructoseintoleranz gibt es neben dem Enzymmangel auch schwere erbliche Defekte. Diese sind aber selten. Ein Mangel an benötigten Enzymen kann auch durch Darmentzündungen hervorgerufen werden können. Man spricht dann von „sekundären“ Unverträglichkeiten.
Auch hinsichtlich des Glutens gibt es zwei Reaktionstypen. Die Zöliakie oder „glutensensitive Enteropathie“ ist eine Mischform aus Allergie und Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem betrachtet Gluten als etwas Feindliches und bekämpft es mit Antikörpern. Diese richtet sich aber nun nicht nur gegen Gluten, sondern gleichzeitig gegen körpereigene Proteine in der Darmwand. Das Resultat ist eine Entzündung und eine schwere Schädigung der Dünndarmschleimhaut. Darüber hinaus gibt es die unspezifische Glutenunverträglichkeit oder auch als „Glutensensitivität“. Man weiß darüber, dass sie keine Allergie ist, die genaue Ursache dafür kennt man allerdings noch nicht.

Was sind die Symptome bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

Da Histamin die Substanz ist, welche auch bei allergischen Reaktionen eine große Rolle spielt, sind die Symptome sehr ähnlich: Ein breites Spektrum von Jucken, Rötungen, Schwellungen, Nesselausschlag, Kopfschmerzen bis zum Schock ist möglich. Bei der Fructose- und Lactoseunverträglichkeit gelangen unverdaute Zuckermoleküle in den Dickdarm, werden dort von Bakterien vergoren, saugen Wasser an und können so zu Gasbildung, Blähungen, unangenehm riechenden Stühlen und Durchfall führen.

Bei einer Zöliakie kommt es durch die Darmentzündung zu einer schweren Störung der Nährstoffaufnahme kommen und dadurch, wenn die Krankheit bereits im Kindesalter auftritt, zu schweren Mangelerscheinungen und zu Wachstums- und Entwicklungsstörungen. Eine Glutensensitivität ist hingegen nur durch relativ unspezifische Blähungen und Bauchbeschwerden gekennzeichnet, welche sich nach Auslassen glutenhältiger Lebensmittel bessern.

Wie diagnostiziert man eine Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Bei einer Allergie wird der Antikörper (Immunglobulin E, IgE), welcher genau ein bestimmtes Protein erkennt, nachgewiesen. Bei einer Unverträglichkeit werden die Folgen der Abbaustörung gemessen. So führt normalerweise eine Milch- oder Fruchtzuckerdosis zu einem Blutzuckeranstieg. Bleibt dieser aus, ist das, zusammen mit den passenden Symptomen, ein Hinweis, dass hier eine Störung in der Verwertung vorliegt. Auch H2 in der Atemluft kann gemessen werden, der bei Vergärung dieser Zucker durch Darmbakterien entsteht.

Eine Zöliakie wird durch Untersuchung von Gewebsproben aus dem Dünndarm nachgewiesen sowie durch den Nachweis von Antikörpern gegen Glutenbestandteile. Für eine Glutensensivität gibt es noch keinen spezifischen Test. Sie gilt als nachgewiesen, wenn es unter völligem Ausschluss von glutenhältigen Lebensmitteln zu einer deutlichen Verbesserung kommt und bei Wiedereinsetzen solcher Lebensmitteln wiederum zu einer Verschlechterung. Zudem müssen andere Unverträglichkeiten ausgeschlossen sein.

Substanz

Vor allem enthalten in:

Achtung auch bei:

Zutatenliste: Namen, Bezeichnungen

Lactose

 

alle Milchprodukte welche nicht als „lactosefrei“ ausgewiesen sind: Milch, Käse, Joghurt, Topfen, Streichkäse, Butter, Obers

Cremeeis

Produkte mit weißer Schokolade, Milchcreme, Cremefüllungen, Fertigkuchen, Kekse, Wurstprodukte, Fertigprodukte, Fertigpizzas, Erfrischungsgetränke In vielen Medikamenten wird Lactose als Begleit- und Zusatzstoff verwendet.

Milchzucker, Lactose, Laktose, Laktosemonohydrat, Molke, Süssmolke, Sauermolke, Milchpulver, Vollmilchpulver, Magermilchpulver

Fructose

 

Obst, Honig

Viele Fertigprodukte

und Süßwaren

Fruchtzucker, Fructose, Fruktose, Fruktosesirup, Invertzucker, Maissirup

Gluten

Getreideerzeugnisse aus Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und anderen Getreidearten Ceralien, panierte Speisen, Kuchen und Backwaren mit Weizen und Roggenmehl

 

Fertigpommes Saucen, Ketchup Fertiggerichte Leberkäse/ Weißwurst Ketchup, Senf, etc. Supppenwürze Backpulver Eis Joghurt Schokolade Bier

Weizenmehl, Roggenmehl,

Weizenvollkornmehl,

Roggenvollkornmehl,

Weizenschrot, Roggenschrot, …

Histamin

Bier, Wein Sauerkraut Geräuchertes Nahrungsmittel aus Konserven Meeresfrüchte Gereifter Käse

Tomaten

Erdbeeren

Schokolade

Alle lang gelagerten und gereiften Lebensmittel!

 

Tipps für den Umgang mit schlecht vertragenen Substanzen

Generell:

laktose-, fruktose- oder histaminhaltige Speisen in kleinen Mengen eher über den Tag verteilt gegessen werden, dann sind sie besser verträglich!
Beim Einkauf immer die Zutatenliste lesen, auch wenn man diese schon zu kennen glaubt – die Hersteller ändern die Rezepturen relativ häufig!
Gluten- und laktosefreie Produkte sind heute in den meisten Supermärkten erhältlich.

Histaminintoleranz:

- alles möglichst frisch zubereiten
- Histamin in Nahrungsmitteln lässt sich nicht zerstören, auch nicht durch Erhitzen oder Einfrieren.

Lactoseintoleranz:

Wer nicht auf herkömmliche Milchprodukte verzichten möchte, kann Lactase-Tabletten verwenden. Das ist vor allem dann praktisch, wenn man nicht genau weiß, was in der Mahlzeit enthalten ist: bei Einladungen, im Restaurant oder in der Kantine.

Fructoseintoleranz:

Auch Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit sollten gemieden werden, denn sie nutzen das gleiche Transportsystem wie Fruktose. Am besten um Nahrungsmitteln, welche die Lufschrift „zuckerfrei“ haben, aber süß sind, einen weiten Bogen machen.
Ist Glucose, also Traubenzucker, im Produkt enthalten, verbessert sich die Verdauung von Fruktose. Deswegen können Betroffene auch kleinere Mengen Obst und Haushaltszucker vertragen.



Pepe Assistant

Herzlich Willkommen bei KiloCoach™!

KiloCoach™ bietet das Wissen und die Werkzeuge für eine erfolgreiche Gewichtsabnahme. Keine Radikaldiäten, kein Jojo-Effekt – von Krankenkassen empfohlen und wissenschaftlich bestätigt.

7 Tage gratis testen

Berechnen Sie Ihren BMI

kg
cm
Mehr herausfinden

Vorteile

  • Gewicht verlieren ohne Hunger
  • Keine Diätvorschriften
  • Ohne Jojo-Effekt
  • Mit Unterstützung von Experten
  • Motivierende Community
Hier registrieren

Wissenschaftliche Studien

Newsletter abonnieren

Besuchen Sie uns auf Facebook