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Nahrungsergänzungsmittel im Sport - sinnvoll?

Sportlich aktive Menschen sind meist gesundheitsbewusst. Der Griff zu Nahrungsergänzungsmittel scheint naheliegend. Doch ist das auch empfehlenswert?

Autor: Sylvia Neubauer

Veröffentlicht: 22.04.2014 | 00:00

(© Dmitry Fisher - Fotolia.com=
(© Dmitry Fisher - Fotolia.com=

 

Dr. Oliver Neubauer, Postdoc am Institut für Ernährungswissenschaften an der Universität Wien und Ironman-Triathlet beschäftigte sich im Rahmen seiner Forschungsarbeiten mit den körperlichen Auswirkungen von Ausdauerbelastungen. In einer dieser Arbeiten wurden bei 42 Ironman-Triathleten verschiedene Stressgrößen im Blut und in den Immunzellen untersucht. In Kooperation mit australischen Forschungspartnern an der Griffith University untersuchte der Wissenschafter belastungsbedingte Genreaktionen in der Muskulatur und in den Immunzellen.

Auf diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen basierend gibt er im Interview mit KiloCoach™ Ernährungsratschläge für ambitionierte Hobbysportler.

• Welche Beweggründe waren für den Forschungsschwerpunkt auf Antioxidantien und sogenannten oxidativen Stress bei der "Ironman-Studie" ausschlaggebend?
Auf welchen Grundlagen basieren die Ergebnisse?

Ausdauertraining ist bekanntlich mit zahlreichen positiven Wirkungen auf die Gesundheit verbunden. Dem stehen mögliche Gesundheitsrisiken von extremen Ausdauerbelastungen gegenüber. Die Datenlage zu bestimmten Stressreaktionen wie z.B. oxidativen Stress ist hierzu jedoch unzureichend.

Zur Erklärung: Etwas salopp formuliert entsteht oxidativer Stress aus einem Ungleichgewicht zwischen reaktiven Sauerstoffverbindungen - die unter anderem als Nebenprodukt bei der Zellatmung anfallen - und Antioxidanten.

Das war der Hauptbeweggrund für die Durchführung der ersten Studie bei 42 Teilnehmern eines Ironman-Triathlons. Durch die Untersuchung vieler verschiedener Stressgrößen im Blut konnte unter anderem aufgezeigt werden, dass die sportliche Extrembelastung keine nachhaltigen gesundheitlichen Schäden durch oxidativen Stress bewirkt. Neu ist die Erkenntnis, dass Ausdauertraining zur Anpassung körpereigener Schutzmechanismen führt - vom Mechanismus in etwa mit einer Impfung vergleichbar.

• Welche Rolle spielten dabei Nahrungsergänzungsmittel?

Unsere 42 Studienteilnehmer hatten bei der Zufuhr von Antioxidantien-Supplementen sehr strenge Vorgaben. Den größten Teil der Antioxidantien nahmen sie über die natürliche Ernährung auf. Dabei zeigte sich, dass die Blutplasmawerte dieser Antioxidantien sowohl vor als auch bei den vier Blutabnahmen nach dem Ironman in einem physiologischen Normalbereich lagen. Die sogenannten Mittelwerte von Vitamin C und Beta-Carotin lagen dabei sogar weit über jenen Werten die in Hinblick auf die Vorbeugung von Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen als Richtwerte genannt werden.

Das bedeutet, dass selbst ambitionierte Ausdauersportler mit einem durchschnittlichen Trainingspensum von knapp 11 Stunden pro Woche ihren Bedarf an Antioxidantien und auch anderen Nährstoffen weitgehend über eine vielfältige und ausgewogene Ernährung decken können.

Zuletzt mehrten sich außerdem Hinweise, dass reaktive Sauerstoffverbindungen körpereigene Zellen nur dann schädigen, wenn sie über einen längeren Zeitraum produziert werden. Interessant: Die im Zuge von sportlichen Belastungen kurzfristig gebildeten reaktiven Sauerstoffverbindungen erfüllen sogar einen physiologischen Nutzen bei der Trainingsanpassung. Sie sollten nicht gänzlich von überhöhten Dosierungen mit Antioxidantien unterdrückt werden.

• Wie sind Nährstoffergänzungspräparate ganz grundsätzlich zu bewerten?

Im Vergleich zu natürlichen Lebensmitteln bieten Nährstoffergänzungsmittel keinen „Mehrwert“. Interessant ist, dass ein großer Teil der Bevölkerung dennoch zu Nahrungsergänzungsmitteln greift – obwohl die Nährstoffversorgung über Lebensmittel im Allgemeinen ausreichend ist. Dieses Ergebnis geht aus der jüngsten Nationalen Verzehrsstudie (NVS II) in Deutschland hervor. In Österreich ist die Situation ähnlich.

• Worin besteht die Gefahr einer unkontrollierten Nährstoffsupplementierung?

Interessanterweise zeigt die Nationale Verzehrsstudie, dass insbesondere Personen mit einer bereits günstigen Lebensmittelauswahl und einer entsprechend guten Nährstoffzufuhr zusätzlich zu Nahrungsergänzungsmittel wie z.B. Vitaminen und Mineralstoffen in Tablettenform greifen. Teilweise führt das zu übernatürlich hohen Nährstoffaufnahmen und zu einer Überschreitungen der von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) angegebenen tolerierbaren Tageshöchstmenge.

• Inwiefern ist eine Überversorgung kritisch zu bewerten?

Wie eingangs kurz angedeutet, können stark überhöhte Dosierungen mit Antioxidantien positive, körperliche Trainingsanpassungen sogar blockieren. Um beim oben genannten Beispiel zu bleiben: Die aktuelle Datenlage spricht dafür, dass auch ein erhöhter Antioxidantien-Bedarf durch eine vollwertige, ausgewogene und energiebilanzierte Ernährung gedeckt werden kann.

Auch zur oft angenommenen Vermeidung von grippalen Infekten durch Vitamin C-Supplemente ist die Datenlage alles andere als eindeutig. Heißt: Ob künstliches Vitamin C die Immunabwehr tatsächlich steigert, ist fraglich.

• Machen Nahrungsergänzungsmittel für den “Durchschnittsbürger“ Sinn – warum ja, warum nein?

Von speziellen medizinischen Fragestellungen abgesehen, machen Nahrungsergänzungsmittel kaum Sinn. Die Maxime – nicht zuletzt gerade auch für sportlich aktive Menschen – ist und bleibt eine hochwertige, natürliche Ernährung mit einer reichen Auswahl an Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft.

Um beim Beispiel Antioxidantien zu bleiben: Die in Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Nüssen und pflanzlichen Ölen enthaltene Fülle an Vitaminen, Mineralstoffen und Pflanzeninhaltsstoffen sorgen für ein breites Spektrum an günstigen Wirkungen für Gesundheit, Leistung und Regeneration. Natürliche Lebensmittel bieten außerdem den unschätzbaren Vorteil, dass sie Nähr- und weitere Lebensmittelinhaltsstoffe in physiologisch effektiven Mengen liefern. Auf diese Weise werden Überdosierungen vermieden.

• Wann empfiehlt es sich, auf Nährstoffergänzungspräparate zurückzugreifen und was sollte man bei der Einnahme beachten?

Wenn in Ausnahmesituationen Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden, soll die Supplementierung optimaler Weise zeitlich begrenzt und mit ernährungswissenschaftlich und/oder ernährungsmedizinisch geschultem Personen abgesprochen werden. Zur Vermeidung von Überversorgungen gilt als Faustregel, dass die Tagesdosierung mit supplementierten Nährstoffen kein Vielfaches der gegenwärtigen Empfehlungen betragen sollte. Diese sind meist als sogenannte Recommended Dietary Allowance kurz RDA angegeben.

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