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Kulinarische Verlockungen - was tun?

Das Leben im „Schlaraffenland“ geht oft Hand in Hand mit einem besorgten Blick auf die Waage. Erfahren Sie, wie Sie kulinarischen Verlockungen widerstehen, ohne an Genuss einzubüßen.

Autor: Sylvia Neubauer

Veröffentlicht: 02.05.2013 | 00:00

(© dedMazay - Fotolia.com)
(© dedMazay - Fotolia.com)

„Knusper, knusper Knäuschen...“

Hänsel und Gretel: Bestimmt kennen Sie das gleichnamige Märchen von den Gebrüdern Grimm? Erinnern Sie sich an das von Süßigkeiten umringte Knusperhäuschen – an den Inbegriff der kulinarischen Verlockung? Keine Sorge, das wird nun keine Märchenstunde. Lassen Sie uns nur eine bestimmte Szene aus der Geschichte herausfiltern. Jene Passage, in der Gretel ihren Bruder vom Verzehr der Leckereien warnt. Der Bursche lässt sich dennoch nicht davon abhalten und bringt sich dadurch in eine prekäre Situation. Die Aussicht, im Suppentopf der alten Hexen zu landen ist bestimmt nicht sehr erquickend.

Auch wir wissen über die Auswirkungen von übermäßigen Schlemmereien Bescheid. Trotzdem lassen wir uns wie fremdgesteuert wiederholt dazu hinreißen. Gut, zugegeben, der Vergleich hinkt etwas nach-vor allem deshalb, weil die prozentuale Wahrscheinlichkeit, auf dem Arbeitsweg einem Häuschen aus Pfefferkuchen zu begegnen, relativ gering ist. Die Quintessenz daraus ist jedoch: „Nein“ sagen kann manchmal ganz schön schwierig sein.

Warum wir Spielball von Unterbewusstsein und Umgebung sind

Im letzten Thema des Monats sind wir der Frage nachgegangen, welche Faktoren überhaupt zum Essen verleiten. Kurz zusammengefasst wirken sowohl physiologische Parameter, als auch äußere Einflüsse mit. Der menschliche Organismus ist auf „Überleben“ programmiert. Dieser Einstellungsmodus läuft vollkommen automatisch und unabhängig von den tatsächlichen Gegebenheiten ab. Bildlich gesprochen, kennzeichnet das menschliche Gehirn sämtliche Lebensmittel mit der Aufschrift: „So iss mich doch!“

Dabei macht es für die grauen Zellen keinen Unterschied, ob wir im Mangel oder Überfluss leben. Essen steht synonym für den Fortbestand der menschlichen Spezies. Insofern darf fleißig weiter gefuttert werden. Die Werbung baut auf diesem Fundament auf. Wie ein Schlüssel-Schlossprinzip knüpfen Marketingmaßnahmen an diese „Vorprogrammierung“ an.

Auf „du und du“ mit dem inneren Autopiloten

Viele Menschen essen unbewusst. Quasi auf Autopilot. Sie essen was sie körperlich gesehen gar nicht brauchen. Jeden Tag. Das Überangebot an Essen verleitet zu einem täglichen Mehr an verzehrter Energie. Der Überschuss summiert sich: Übers Jahr gerechnet führt ein tägliches Zuviel von nur 200 Kilokalorien zu einer Gewichtszunahme von beachtlichen 10 Kilos.

Man muss dazusagen: Unser Autopilot lässt sich leicht um den Finger wickeln. Er ist nicht sehr standhaft und schnell verzückt. Bestimmte Faktoren lassen sein Herz einfach höher schlagen. Beispielsweise große Portionsgrößen, die unweigerlich zu überlegten Essensgelüsten verleiten. Oder eine breite Auswahl, welche den Gusto fördern und gleichzeitig die Entscheidungsfreudigkeit eindämmen. Derartige Verführungen lassen den Autopiloten mit großen Kulleraugen zugreifen. Das Wissen über diese heimlichen Verführer ist gleichzeitig der erste Schritt in Richtung Selbsthilfe.

Resignieren Sie nicht!

Vielleicht mögen Sie nun an dieser Stelle resigniert denken: „Wenn alles ohne mein bewusstes Zutun abläuft, kann ich ohnehin nichts ändern.“ Irrtum! Es gibt eine ganze Palette an Möglichkeiten, um dem sinnbildlichen Marionettendasein zu entrinnen.

1. Schritt: Augen auf, Mund zu!

Wie gelingt es nun, den Autopiloten zu deaktivieren? Oder anders formuliert: Was können Sie selbst tun, um kulinarischen Verlockungen ohne mit der Wimper zu zucken an Ihnen vorbei ziehen zu lassen?

In erster Instanz gilt es, sich dem Ausmaß der Verlockungen bewusst zu werden. Achtsamkeit und Aufmerksamkeit verleihen Ihnen Sicherheit und Entscheidungsfreiheit. So gehen Sie ab sofort nicht als Opfer, sondern als Detektiv durch die Straßen der kulinarischen Verführungen. Spannende Erlebnisse sind dabei garantiert.

Schalten Sie bei Ihrem nächsten Einkauf Ihre Sinne ein und rufen Sie sich die von außen dargebotenen Eindrücke vor Augen.
Welche Gerüche nehmen Sie wahr? Fragen Sie sich: Würden Sie in diesem Augenblick auch zu dem leckeren Croissant greifen, wenn es nicht so verlockend duften würde? Was nehmen Sie akustisch wahr? Über Lautsprecheransagen verkündete Sonderangebote animieren förmlich zu Spontankäufen. Unsere Ohren freuen sich über Schnäppchenaktionen und lassen unsere Hände zugreifen. Lassen Sie auch Ihren Verstand ein Wörtchen mitreden. Nur er kann durch ein gezieltes „Stopp“ dazwischenfunken und somit einen unüberlegten Kauf verhindern.

Auch ist es hilfreich, sich die Konsequenzen ihres Tuns vor Augen zu führen.
Überlegen Sie sich: Habe ich im Moment nur Gusto oder ist es tatsächlich Hunger? Was passiert, wenn ich der Verlockung nachgebe? Welche Folgen hat ein unkontrolliertes Essen? Wichtig ist es auch, sich bewusst zu machen, dass Essen nur kurzfristig glücklich macht-wenn überhaupt. Es soll ein Genuss, jedoch kein Trostpflaster sein.

3. Verlockungen vermeiden

Eine „Raubtierjagd“ vermeiden

Das größte Problem besteht darin, dass Essen einfach ständig präsent und vor allem greifbar ist. Dennoch keimt in uns das Gefühl auf, zu wenig zu haben. Wie gelingt es, das dadurch entstehende Verlangen nach Snacks auszuschalten?

Erschweren Sie die Wege zum Essen: Was direkt in Reichweite vor der Nase liegt, ist schneller verputzt als die Vernunft „denken“ kann. Wer erst aufstehen muss, überlegt es sich zwei Mal, ob das Stückchen Schokolade nun wirklich notwendig ist oder nicht.
Lenken Sie sich ab: Es macht Sinn, einer Ablenk-Strategie nachzugehen: Folgen Sie anderweitigen Aktivitäten. Beispielsweise könnten Sie kurz vor die Tür gehen oder langsam bis 30 zählen. Meist schwindet die Akut-Lust dann von ganz allein.
Wählen Sie kalorienarme Alternativen: Greifen Sie zum Beispiel zu Frucht- statt zu Cremeeis etc.
Suchen Sie sich Ihre Favoriten aus: Bei Buffets ist die Verlockung, sich zu viel auf den Teller zu „schaufeln“ groß. Überlegen Sie sich: Auf welche Speisen habe ich wirklich Gusto? Greifen Sie zu kleinen Tellern, auf dem weniger Essen Platz findet. Bestücken Sie es mit ihren Lieblingsgerichten.
Greifen Sie bewusst zu kleineren Portionen: Wenn der Gusto auf etwas besonders groß ist, macht es Sinn, dem nachzugeben. Erlauben Sie sich genussvoll eine kleine Menge.

Clever einkaufen – Tricks, um unnötige Spontankäufe zu vermeiden

Der Einkaufslisten-Trick: Schreiben Sie sich einen Einkaufszettel. Das Festhalten, was tatsächlich gebraucht wird verhindert Mehrkäufe.
Der Tragekorb-Trick: Machen Sie das, was schon unsere Vorfahren taten. Sie nahmen nur jene Dinge in ihre Höhlen mit, die sie mit den eigenen Händen tragen konnten. Knüpfen Sie daran an und gehen Sie nur noch mit dem Tragekorb einkaufen.
Der Sättigungs-Trick: Wer hungrig einkaufen geht, lauft eher der Gefahr, zu verlockenden Snacks zu greifen. Tätigen Sie Ihren Einkauf daher immer leicht gesättigt.

Dem Überangebot entgegensteuern

Kaufen Sie keine Großpackungen: Selbige animieren unweigerlich dazu, mehr zu essen.
• Legen Sie sich möglichst wenige Vorräte an: Grundnahrungsmittel sind in dieser Hinsicht freilich ausgenommen. Für Schoki, Chips und Co gilt hingegen das Motto: „Was ich nicht im Schrank horte, esse ich sie auch nicht.“

4. Genießen ist nicht nur erlaubt, sondern notwendig!

„Wie öde“, mögen Sie nun vielleicht meinen „bei so vielen Regeln und ebenso viel Verzicht, bleibt das Lebensgefühl ja gänzlich auf der Strecke.“ Dem muss nicht so sein! Genuss ist ein ganz wesentliches Element, welches beim Abnehmen nicht nur Platz finden darf, sondern auch soll. Ja, er ist sogar notwendig.

Genuss bildet das Gegenpendant zu unkontrolliertem Essen. Verbannen Sie Ihr schlechtes Gewissen beim Essen daher getrost in ein unbewohntes Kämmerlein. Selbst offiziell als „ungünstig“ deklarierte Lebensmittel mit hohem Zucker- und Fettgehalt dürfen hin und wieder auf dem Teller landen. Machen Sie eine kleine Zeremonie daraus und genießen Sie Bissen für Bissen. Sie werden feststellen, dass das Verlangen danach für eine Zeit lang wieder gestillt ist. Auf diese Weise vermeiden Sie auch Heißhungerattacken.

Genießen hält gesund
Haben Sie eigentlich gewusst, dass Genießen die Gesundheit fördert? Studien belegen eindeutige biochemische Effekte, die auch messbar sind. Schon allein bei der Vorfreude auf eine Speise werden bestimmte glücksfördernde Botenstoffe im Gehirn freigesetzt, die sowohl die Stimmung als auch das Immunsystem ankurbeln.

Genießer leben leichter!
Wie wichtig Genuss ist, zeigt auch folgender Umstand: Bei gut der Hälfte, nämlich bei 47% der Genießer liegt das Gewicht im Normalbereich. Bei jenen, die sich häufig kasteien und damit prädestinierte Anwärter für Jojo-Effekte sind, liegt der prozentuale Anteil der Normalgewichtigen deutlich darunter - konkret bei 38%.

Unser Fazit: Verbieten Sie sich nichts. Machen Sie an bestimmten Tagen Ausnahmen und erlauben Sie sich kleine Mengen an sonst verpönten Lebensmitteln. Essen ist ein Sinnlichkeitserlebnis, das kein schlechtes Gewissen verursachen sollte. Das weiß im Grunde genommen auch Ihr Autopilot. Er wird sicher begeistert sein, von nun an mit Genuss zu essen ;-)

 

Pepe Assistant

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