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Entschlacken - Wohltat für den Körper oder Unsinn?

„Entschlackungskuren“ - die einen schwören darauf, die anderen halten sie für völligen Unsinn. Was stimmt tatsächlich? Was sind „Schlacken“ und wie hilfreich sind Entschlackungskuren?

Autor: Dr. Rosa Aspalter

Veröffentlicht: 17.02.2015 | 14:30

(© karepa - Fotolia.com)
(© karepa - Fotolia.com)

Was sind „Schlacken“?

Auffällig ist, dass die Begriffe „Schlacken“ oder „Entschlackung“ oft in  Zusammenhang mit „Ernährungssünden“ genannt werden. Beides sind sehr unscharfe und sehr willkürlich verwendete Begriffe. So lautet eine allzu einfache Erklärung: „Wir nehmen über unsere Nahrung mehr oder weniger Säuren zu uns. Im Körper werden die Gifte und Säuren neutralisiert und lagern sich in Form von Schlacken im Körper, insbesondere im Bindegewebe ab.“ „Schlacken sammeln sich im Darm als Verunreinigungen und Kotsteine an, drücken auf die Leber und beeinträchtigen deren Funktion bis zur Beschleunigung der Altersprozesse.“ So oder ähnlich lauten viele oft sehr spekulative Erklärungen.

Sind „Schlacken“ nur eine Metapher für chemische und ungesunde Nahrungs-Substanzen, die  sich in unserem Körper ansammeln oder ist dieser Begriff auch medizinisch erklärbar? Tatsache ist: Der Körper verwertet Nahrung und scheidet die unverdaulichen Reste bereits im Darm aus. Auch, was im Stoffwechsel an Abfall anfällt, versucht er verlässlich los zu werden. Dabei hat er erstaunliche Fähigkeiten entwickelt. Zugeführte Kohlenhydrate etwa werden über Glucose bis zu CO2 und H20, also Wasser, abgebaut und als solche über Niere und Lunge ausgeschieden. Der Stickstoff aus dem Eiweiß wird über die Nieren eliminiert. Beim Fett fängt es an, schwierig zu werden. Das bleibt eben gerne an der Hüfte hängen, wenn es zu viel des Guten ist.

Eine dritte Gruppe an „Schlacken“ sind Stoffe, die eigentlich gar nicht in den Körper gelangen sollte. Allen voran Umweltgift, chemische Substanzen in einer mittlerweile unüberschaubaren Anzahl, welche wir mit der täglichen Nahrung zu uns führen. Auch diese versucht der Körper auszuscheiden. Auch wenn unsere Leber, unsere Niere, unser Darm und auch unsere Lunge Höchstleistungen in der Materialselektion, dem Materialtransport und der Müllentsorgung verbringen, so ist es nicht ganz zutreffend, wenn die DGE feststellt: „Nicht verwertbare Stoffe werden über den Darm und die Nieren ausgeschieden". Manches davon bleibt im Körper in verschiedenen Geweben gespeichert. Verschiedene Pestizide lagern sich beispielsweise auf Grund Ihrer Fettlöslichkeit gerne im Fettgewebe ab. Weitere bekannte Beispiele sind Schwermetalle wie Blei oder Quecksilber und auch jahrelang im Knochen gespeicherte radioaktive Substanzen.

Die wichtigsten „Schlacken“ – die Säuren

Der Grund, warum „Basen“ für die Entschlackung als so wichtig angesehen werden, ist der Umstand, dass ein Großteil dessen, was als „Schlacken“ bezeichnet wird, anfallende Säurebildung ist. Besonders tierische Lebensmittel tragen dazu bei. Der Grund dafür sind der höhere Gehalt der säurebildenden Aminosäuren Methionin und Cystein sowie der wesentlich niedrigere Kaliumgehalt in tierischen Produkten. Man erkennt die Ernährungstypen sehr leicht auch am pH-Wert des Harnes. Während Fleischesser typischerweise einen Harn-pH-Wert von 5-6 aufweisen haben Vegetarierer oder Veganer einen viel höheren pH von 7-8. Sie liegen damit also im neutralen bis basischen Bereich.

Wie entledigt sich aber der Körper dieser überschüssigen Säure?

Im Blut erfolgt dies vor allem durch die Neutralisation mittels Blutpuffer und mittels Calcium. Fleischesser haben daher auch eine wesentlich höhere Calciumkonzentration im Harn als Veganer. Die erhöhte Säurebildung wird auch für viele entzündliche und rheumatische Erkrankungen verantwortlich gemacht und tatsächlich hilft hier eine pflanzlich betonte Ernährung, die Beschwerden zu lindern.

Wie sind diverse „Entschlackungsmitteln“ wie Basenbädern, Entschlackungstees, Basenpulver etc. zu beurteilen?

Basenpulver können unterstützend wirksam sein, um die überschießenden Säuren auszuscheiden. Doch ist hier Achtung geboten. Die basische Wirkung ist nicht bei allen Präparaten gegeben. In der Physiologie unterscheidet man Basen- und Säureäquivalente, also aufgenommene Stoffe, die im Körper entweder zur Säurebildung oder zur Basenbildung führen. So führen neben den tierischen Produkten vor allem Phosphat-, Sulfat- und Chloridionen zur Bildung von Säureäquivalenten während Kalium-, Natrium-, Calcium- und Magnesiumionen zur Basenbildung im Körper führen.

Basenbäder bewirken laut Hersteller eine Ausscheidung von Säuren über die Haut. Allerdings stellt sich die Frage, ob es sich dabei nicht einfach um abgeschilferte Hautepithelien und Salze handelt. Zudem sind die empfohlenen Badezeiten von einer Stunde eher als ungünstig, weil zu belastend für den Kreislauf, zu bewerten.

Ist „Entschlacken“ mit „Abnehmen“ gleichzusetzen?

Entschlacken wird, wenn man es regelmäßig macht, mit einer Gewichtsreduktion verbunden sein. Es entspricht aber weitgehend Ernährungskonzepten, wie sie sich seit jeher als sehr gesundheitsfördernd erwiesen haben, sei es als rein pflanzliche Ernährung, sei es als 80%-Regel, wie sie sehr alt gewordene Japaner angewandt haben. Das bedeutet: nie ganz bis zum Sättigungsgefühl essen oder einen Freitag-Fastentag einlegen. Wer sich so ernährt wird automatisch auch sein Gewichtsproblem leichter in den Griff bekommen.

Tägliche Maßnahmen zur Entschlackung können sein:

  • 2 bis 3 Liter Wasser und Kräutertee trinken – das fördert die Ausscheidung der Niere
  • ballaststoffreiche Ernährung – das fördert die Verdauung
  • möglichst pflanzliche Ernährung – das verringert die Säurebildung
  • ausreichende Zufuhr von Vitalstoffen – das fördert den Abbau von freien Radikalen
  • viel Bewegung – das beugt Stoffwechselproblem, Gewichtsproblemen und Muskelabbau sowie Bewegungsunsicherheit und Sturzgefahr im Alter vor
  • wenig Stress – das tut der Psyche, der Haut, dem jugendlichen Aussehen gut.

In diesem Sinne ist also die beste Entschlackung, erst gar nicht Schäden aufkommen zu lassen, sondern sich möglichst natürlich und weitgehend pflanzlich zu ernähren, für Bewegung zu sorgen und etwas für sich selbst, für seine Psyche zu tun.

Pepe Assistant

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