Kilos verlieren, Lebensqualität gewinnen!

Navigation
Anmelden

Diabetes

Ein erhöhter Blutzucker tut nicht weh. Deshalb wird Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) auch nicht immer rechtzeitig erkannt, obwohl die Diagnose eigentlich ganz einfach ist. Wir zeigen Ihnen, wie die richtige Therapie ausschaut und wie Sie trotz Diabetes gut essen können.

Autor: KiloCoach Datenbank

Veröffentlicht: 02.10.2012 | 00:00

(© bluedesign - Fotolia.com)
(© bluedesign - Fotolia.com)

Typ 1 und Typ 2

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung mit erhöhten Blutzuckerwerten. Im Normalfall wird der Blutzuckerspiegel durch das Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, reguliert. Insulin bewirkt, dass der Zucker vom Blut in die Zellen aufgenommen wird. Wenn zuwenig oder gar kein Insulin produziert wird oder es in seiner Wirkung eingeschränkt ist, kommt es zum Anstieg des Blutzuckerspiegels. In Europa gibt es schätzungsweise 50 Millionen Diabetiker wobei ca. 90 % auf Typ II und 10 % auf Typ I und Sonderformen wie Schwangerschaftsdiabetes entfallen. Experten meinen, dass sich die Anzahl der Betroffenen in den nächsten 10 Jahren noch verdoppeln wird. Dieser Anstieg wird unter anderem auf die starke Zunahme von Übergewicht zurückgeführt.

Im Wesentlichen gibt es zwei verschiedene Formen von Diabetes: Typ I und Typ II.

Beim Typ-I Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse als Fremdkörper sehen und daher zerstören. Dadurch kann nicht mehr ausreichend Insulin produziert werden und der Blutzuckerspiegel steigt an. Wird die sogenannte Nierenschwelle von über 180 mg/dl Zucker im Blut überschritten, dann wird der Zucker über den Urin ausgeschieden. Zucker bindet Wasser, dadurch geht auch sehr viel Flüssigkeit verloren. Daher wird Diabetes auch als „honigsüßer Durchfluss“ bezeichnet. Da der Körper Glucose nicht verwerten kann, muss er Fett zur Energiegewinnung heranziehen, wodurch es bei Betroffenen oft zu einem unerklärlichen Gewichtsverlust kommt. Der Typ-I Diabetes entwickelt sich im Laufe von einigen Tagen bis wenigen Wochen und wird meist im Kindes- und Jugendalter diagnostiziert.

 

Typische Symptome sind:

  • häufiger Durst
  • vermehrtes Wasserlassen
  • unerklärbare Gewichtsabnahme
  • Abgeschlagenheit und allgemeine Leistungseinbuße
  • Neigung zu Infektionen
  • schlecht heilende Wunden
  • Wadenkrämpfe
  • Sehstörungen
  • Juckreiz
  • Azetongeruch in der Atemluft (riecht ähnlich wie Nagellackentferner)

Beim Typ-II Diabetes besteht eine Unempfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin. Das bedeutet, dass die Zellen mehr Insulin brauchen, um den Zucker aus dem Blut aufnehmen zu können. Die Zellen der Bauchspeicheldrüse produzieren mehr Insulin, was sie aber überfordert und die Produktion nach einer bestimmten Zeit abnimmt. Der Typ-II Diabetes entwickelt sich also schleichend (bis zu 10 Jahre), in dieser Zeit zeigen die Betroffene keine oder nur geringe Symptome. Früher wurde diese Diabetesform auch als „Altersdiabetes“ bezeichnet, mittlerweile kommt der Diabetes Typ-II aber immer mehr auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor.

Das Risiko an Diabetes zu erkranken steigt, wenn bereits die Eltern vorbelastet sind. Sind beide Eltern Typ-I Diabetiker, so steigt das Risiko für das Kind um 20 %. Typ-II Diabetiker haben zu 50 % schon einen davon Betroffenen in der Familie. Weiters ist das Risiko erhöht, einen Typ-II Diabetes zu entwickeln wenn Folgendes zutrifft:

  • Übergewicht
  • Wenig Bewegung, wenig Muskulatur (auch bei Normalgewicht!)
  • Erhöhter Blutdruck
  • Erhöhte Blutfette
  • Vorangegangener Schwangerschaftsdiabetes

 

Typische Symptome:

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Konzentrationsstörungen
  • Depressive Verstimmungen

Die meisten der oben genannten Risikofaktoren für Typ-II Diabetes lassen sich durch sehr einfache Maßnahmen beseitigen oder zumindest verringern: Gewicht normalisieren, mehr Bewegung und ausgewogene und vollwertige Ernährung (siehe auch weiter unten).

Der Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) tritt, wie der Name schon sagt, während der Schwangerschaft auf. Typische Symptome gibt es meist keine, allerdings führt eine nicht behandelte Schwangerschaftsdiabetes zu Entwicklungsstörungen des Kindes oder zu einer starken Fruchtwasseransammlung. Mittlerweile wird eine routinemäßige Blutzuckeruntersuchung bei Schwangeren zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Nach der Geburt normalisiert sich der Blutzuckerwert meistens wieder, jedoch haben diese Frauen ein erhöhtes Risiko, später Typ-II Diabetes zu entwickeln.

Diagnose

Diabetes kann durch einfache Laboruntersuchungen bestätigt oder ausgeschlossen werden. Zunächst wird einmal der Nüchternblutzucker gemessen. Der normale Blutzucker im nüchternen Zustand sollte unter 100 mg/dl Blut sein. Liegt der Nüchternblutzucker über 120 mg/dl spricht man von Diabetes. Der Blutzucker nach Mahlzeiten (postprandial) muss unter 180 mg/dl sein. Zusätzlich kann auch noch ein Glucose-Toleranztest gemacht werden, bei dem eine Zuckerlösung getrunken wird und dann jeweils nach einer und nach zwei Stunden der Blutzucker gemessen wird. Ist der Zweistundenwert größer als 200 mg/dl, so liegt Diabetes vor. Zwischen 140 und 200 mg/dl spricht man von einer gestörten Glucosetoleranz bzw. von latenten Diabetes.

Zur Früherkennung kann auch der Harnzuckertest eingesetzt werden. Wenn Zucker im Harn nachgewiesen wird, ist Diabetes sehr wahrscheinlich.

Therapie

Wird Diabetes diagnostiziert, sollte unmittelbar mit der Therapie begonnen werden um mögliche Spätfolgen zu vermeiden. Zu Beginn jeder Diabetestherapie sollte die Diabetesschulung stehen, in denen Betroffenen der Zusammenhang zwischen Blutzuckerwert, körperlichen Befinden und Spätkomplikationen anschaulich und nachvollziehbar näher gebracht wird. Unverzichtbar ist jedenfalls eine gute Teamarbeit mit dem betreuenden Arzt sowie die konsequente Einhaltung der Therapie-Empfehlungen und die Selbstkontrolle.

Der Typ-I Diabetes kann nur mit Insulin behandelt werden. Die tägliche Menge an Insulin wird vom Arzt genau festgelegt und muss eingehalten werden. Der Betroffene muss sich das Insulin selbst mittels Pen injizieren oder er trägt eine Insulinpumpe, die regelmäßig vorprogrammierte Insulinmengen durch eine „Dauernadel“ im Bauchbereich abgibt. Der Vorteil dieser Pumpe liegt in der Flexibilität. So wird zum Beispiel die Insulinmenge automatisch an die körperliche Aktivität angepasst.
Weiters sollte alle drei Monate der HbA1c-Wert kontrolliert werden. Dieser zeigt an, wie hoch der durchschnittliche Blutzuckerspiegel in den letzten drei Monaten war und stellt somit das Langzeitblutzuckergedächtnis dar. Je höher und länger der Blutzuckerspiegel erhöht ist, desto mehr HbA1c entsteht. Diabetiker sollten Ihren HbA1c Wert kennen, der im Idealfall unter 7% liegt.

Insulinpflichtige Diabetiker müssen auf den Kohlenhydratgehalt der Nahrung achten, weil sich danach die Insulinmenge richtet. Die Kohlenhydrate werden nach Broteinheiten berechnet (1 BE = 10-12 g Kohlenhydrate). Ein insulinpflichtiger Diabetiker mit einem Kalorienbedarf von 1800 pro Tag darf 18 BE am Tag aufnehmen. Diabetiker können sich übrigens im KiloCoach™Tagesprotokoll die Broteinheiten anzeigen lassen.

Bei der Therapie des Typ-II Diabetes wird zunächst einmal mit lebensstiländernden Maßnahmen wie Bewegung, Gewichtsnormalisierung und Ernährungsumstellung versucht, den Blutzuckerspiegel unter Kontrolle zu bringen. Erst wenn diese Maßnahmen nicht greifen, werden Medikamente eingesetzt bzw. später, wenn der Insulinmangel größer ist, auch Insulin gegeben.

Folgeschäden vermeiden

Ein erhöhter Blutzuckerwert führt zu krankhaften Veränderungen an Gefäßen und Organen, die ab einem gewissen Stadium nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Genau deshalb ist es so wichtig, den Blutzuckerspiegel im Normalbereich zu halten. Ansonsten kann es zu Folgeschäden kommen:

  • Ablagerungen an den Gefäßen, die zu Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen an den Beinen (diabetischer Fuß) führen können.
  • Diabetische Augenveränderungen wie grauer Star.
  • Diabetische Nierenveränderungen, die zu Nierenversagen führen können und eine Dialyse notwendig machen.
  • Diabetische Nervenschädigung, meist an den Füßen.

Prävention

Um Folgeschäden zu vermeiden, empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft Folgendes:

  • Regelmäßige Selbstkontrollen (Urinzucker/Blutzucker)
  • Gewichtsreduktion bei Übergewichtigen
  • Blutdruckkontrolle (< 120/80)
  • Tägliche Kontrolle der Füße, diabetische Fußpflege, geeignetes Schuhwerk
  • Alle 3 Monate Kontrolle des HbA1c -Wertes

Mindestens 1x pro Jahr:

  • Augenärztliche Untersuchung
  • Überprüfung der Nierenfunktion
  • Untersuchung der Gefäße
  • Behandlung und Kontrolle weiterer Risikofaktoren (z.B. Cholesterin)

Ernährung bei Diabetes

Es ist noch nicht solange her, wurde Diabetikern eine spezielle Kost empfohlen. Doch das ist längst überholt. Diabetiker sollten sich ebenfalls an eine ausgewogene und vollwertige Mischkost halten, die sehr wohl reich an kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Vollkornbrot, Naturreis und Vollkornteigwaren sein soll, aber nur wenig Zucker in Form von Mehlspeisen und Süßigkeiten enthalten soll.

Diabetikern wurde lange Zeit empfohlen, Zucker durch Fruchtzucker zu ersetzen, weil dieser ohne Insulin aufgenommen werden kann. Studien haben aber gezeigt, dass hohe Furchtzuckermengen Übergewicht fördern, da sie die hormonelle Gewichtsregulierung negativ beeinflussen und außerdem auch den Blutfettspiegel erhöhen.

In Deutschland ist seit Kurzem eine Verordnung erlassen worden, welche die Produktion von Diabetikerprodukten ab 2012 verbietet, da diese Produkte Fruchtzucker und sogar mehr Fett und Kalorien enthalten, als herkömmliche Produkte.

Tipps für gesunde Ernährung bei Diabetes

  1. Viel trinken (1,5 – 2 l pro Tag), vor allem Leitungs- und Mineralwasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Fruchtsäfte (1/3 Saft, 2/3 Wasser).
  2. Täglich Vollkornprodukte, wie zum Beispiel Vollkornbrot, Haferflocken, Naturreis und Vollkornteigwaren. Diese sind reich an Vitaminen, Ballaststoffen und Mineralstoffen und lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen.
  3. Reichlich Obst und Gemüse: täglich 2 Portionen Obst und 3 Portionen Gemüse (Banane im Müsli, Gemüsebeilage und Salat beim Mittagessen, Fruchtsaft und Tomate zum belegten Brot beim Abendessen)
  4. Fisch, am besten 1-2 mal pro Woche. Viele gesundheitsfördernde omega-3-Fettsäuren sind in Lachs, Makrele, Thunfisch und Hering enthalten.
  5. Fettarmes Fleisch und fettarme Wurstprodukte wie Schnitzel, natur oder Schinken.
  6. Gutes Fett aus pflanzlichen Ölen (Raps-, Walnuss-, Lein- und Olivenöl) sowie aus Nüssen und Sonnenblumen, Kürbiskernen und Leinsamen.
  7. Kochsalz sparsam verwenden und lieber mit frischen Kräutern würzen.
  8. Wenig Weißmehlprodukte und Zucker.
  9. Keine Diabetikerprodukte, denn diese enthalten viel Fruchtzucker und jede Menge Fett und Kalorien. 70%ige Schokolade ist gesünder als Diabetikerschokolade!
  10. Alkohol nur in geringen Mengen (Gefahr der Unterzuckerung!)

Mythen und Fakten

Mythen Fakten
Diabetiker müssen eine Diabetikerkost einhalten. Diabetiker benötigen Kohlenhydrate zur Energieversorgung.
Diabetiker dürfen keine Schokolade, Eis oder Marmelade essen. 70%ige Schokolade lässt den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen, als Vollmilchschokolade.
Diabetiker sollten Trauben und Bananen meiden. Diabetiker sollten 5 Portionen Obst und Gemüse täglich essen.
Diabetiker dürfen kein Fast Food und keine Fertigprodukte essen Diabetiker müssen auf nichts verzichten, sondern es kommt auf die Menge und die Häufigkeit an!
  Zimt wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus.

 

Pepe Assistant

Herzlich Willkommen bei KiloCoach™!

KiloCoach™ bietet das Wissen und die Werkzeuge für eine erfolgreiche Gewichtsabnahme. Keine Radikaldiäten, kein Jojo-Effekt – von Krankenkassen empfohlen und wissenschaftlich bestätigt.

7 Tage gratis testen

Berechnen Sie Ihren BMI

kg
cm
Mehr herausfinden

Vorteile

  • Gewicht verlieren ohne Hunger
  • Keine Diätvorschriften
  • Ohne Jojo-Effekt
  • Mit Unterstützung von Experten
  • Motivierende Community
Hier registrieren

Wissenschaftliche Studien

Newsletter abonnieren

Besuchen Sie uns auf Facebook