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Das unbändige Verlangen nach Süßem

Ist uns das Verlangen nach Süßem in die Wiege gelegt? Warum macht Zucker süchtig und wie funktioniert das? Und wie kommt man aus der „Zuckerfalle“ wieder raus?

Autor: Dr. Rosa Aspalter

Veröffentlicht: 09.02.2015 | 09:40

(© contrastwerkstatt - Fotolia.com)
(© contrastwerkstatt - Fotolia.com)

Ist die Vorliebe für Süßes angeboren?

Süßes wird, wie alle anderen Geschmacksrichtungen, als angenehm empfunden. Doch die süße Geschmacksrichtung scheint schon vom Säugling bevorzugt zu werden. Und diese Vorliebe hilft auch später dabei, wenn es darum geht, dem Körper rasch benötigte Energie zuzuführen. Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied. Mit dieser Neigung sind nicht die hoch konzentrierten Zuckerbomben gemeint, sondern etwa die Muttermilch mit 7% Lactose.

Wie der Geschmack „süß“ funktioniert

Die nüchternen Fakten: Menschen können fünf Geschmackrichtungen unterscheiden: Süß, sauer, salzig, umami und bitter. Diese Geschmäcker werden durch die Geschmackspapillen an der Zunge, im Zungengrund und auch am Gaumen vermittelt. Sehr interessant ist auch die Tatsache, dass es für das Geschmackserlebnis „Süß“ die höchsten Konzentrationen braucht. Während für den Bittergeschmack nur 0.0000016 mmol/l Strychninhydrochlorid benötigt werden, braucht man für salzig eine Konzentration von 0.02 mmol/l und für Glucose 0.08 mmol/l! Das Geschmackserlebnis „süß“ spielt sich also von vorne herein in höheren Konzentrationen ab.

Wie entsteht Süßhunger und Zuckersucht?

Anders als die anderen Geschmacksrichtungen scheinen die Zuckersignale mit dem Belohnungszentren in unserem Hirn verbunden zu sein und dadurch suchtähnliches Verhalten auszulösen. In Rattenversuchen hat Zucker sogar ähnliche Veränderungen im Gehirn bewirkt wie harte Drogen, etwa Heroin oder Kokain. Kein Wunder also, wenn wir auch dann zu Süßem greifen, wenn wir uns ausgelaugt, gestresst oder traurig fühlen.

Zucker macht aber auch noch über andere Mechanismen ein Verlangen nach noch mehr Zucker. Er lässt den Blutzucker sehr rasch ansteigen. Dies führt zu einer hohen Insulinausschüttung. Hohe Insulinspiegel bewirken, dass der Blutzucker sehr schnell abgebaut wird und führen zu einem raschen Blutzuckerabfall. Ein rascher Blutzuckerabfall löst aber Heißhunger, insbesondere auf Zucker aus. Zucker fördert auch das Wachstum von Pilzen im Darm. Diese kommen auch beim Gesunden vor. Überwuchern sie aber die „normale“ Darmflora, kommt es zu Blähungen und – schon erraten? – zu vermehrtem Verlangen nach Süßem!

Zucker entspricht also durchaus der Definition eines Suchtmittels in dem Sinne, dass die Substanz in der Lage ist, Verlangen nach noch mehr von dieser Substanz auszulösen und auch bei Absetzen Entzugserscheinungen hervorzurufen.

Warum fällt es so schwer, Süßem zu widerstehen?

Zucker ist ein Suchtmittel. Und zuckerhältige Produkte müssten eigentlich auf Grund der vielfachen gesundheitsschädlichen Wirkung mit einer Warnung versehen sehen sein. Etwa: „Von Kindern fern halten!“, „Führt zu Karies, Übergewicht und Fettsucht, begünstigt Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen, zerstört die Darmflora, kann Hautunreinheiten und Depressionen verursachen …“ und anderes mehr. Doch das Gegenteil ist Realität.

Sehen Sie sich einmal bewusst das Speisenangebot, dem Sie so begegnen, an. Am Schreibtisch, in den Cafes, an den Imbissbuden, in den Supermärkten, bei Ihnen zu Hause. Zuckerwaren, so weit das Auge reicht. Und als wäre das nicht genug: Sogar in Burgerbrötchen (den sogenannten „Buns“), in Ketchup und Soßen, in Fertigsuppen und an sich „sauren“ Fertiggerichten ist massenhaft Zucker!

Wie kommt man aus der „Zuckerfalle“ wieder raus?

Hier sind ein paar Tipps, wie Sie aus der Zuckerfalle heraus finden

1)     Erster Schritt: Zucker zur Gänze vermeiden

In diesem Schritt geht es nicht darum, Ihre Ernährung zur Gänze umzustellen oder Sie von der Zuckersucht zu befreien. Wenn Sie aber konsequent 1-2 Wochen lang versuchen, ganz ohne Zucker (ausgenommen den natürlich vorkommenden Zucker) zu meiden, wird Ihnen bewusst, wie viel Zucker Sie konsumieren. Und Sie erkennen Ihre persönlichen Zuckerfallen.

Nach dieser Phase versuchen Sie, sich auf ein gutes Maß einzupendeln.

2)     Zuckerwaren in kleinen Mengen genießen

Zurück zur Physiologie des Geschmacksinnes: Die Geschmackspapillen für Süßes befinden sich an der Zungenspitze. Schon dadurch begründet sich, dass süß beim Schlecken besonders intensiv empfunden wird. Eine wild in den Schlund eingeworfene Schokolade ist also so ziemliche Verschwendung!

3)     Gesund naschen

Äußerst süß schmecken getrocknete Beeren, wie Goji-Beeren, Rosinen, Dörrfrüchte u.ä. Eine Nussmischung mit solchen Beeren und Früchten ist eine leckere und dazu gesunde Knabberei.

4)     Natürlich essen

Je natürlicher Lebensmittel verzehrt werden, desto mehr erschließt sich deren Geschmack und deren Eigenheit, aber auch Ihre Vielfalt. Es kommt dann unweigerlich der Moment, wo man lieber eine Karotte knabbert oder einen Apfel isst als eine Schokolade oder gar ein reines Zuckerbonbon lutscht. Das, was als „normal“ galt, wird plötzlich als ekelhaft süß empfunden.

5)     Blutzuckerschwankungen vermeiden

Komplexe Kohlenhydrate aus ganzem Getreide, also Vollkornprodukte, machen nicht nur besser und länger satt, sie halten den Blutzucker auch viel konstanter. Dadurch sinkt das Verlangen nach Süßem. Wir tun dabei gleichzeitig unserem Blutzucker- und Blutfetten einen Gefallen, fördern damit eine gesunde Darmflora, eine flotte Verdauung und nehmen überdies noch reichlich Vitamine und wichtige Spurenelemente zu uns.

Erich Mörike sagte: „Ach, ich merkte, Freund, du möchtest gern pikant dein süß Gedicht: Aber in der Pfeffermühle mahlt man keinen Zucker nicht.“ Dies dürfte auch im ganz biologischen Sinne funktionieren. Darauf zu achten, wonach uns der Sinn wirklich steht, ob es tatsächlich schmeckt, ist oft die Lösung für ein künstlich geschaffenes Problem.

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