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„Ab heute nur mehr Brokkoli!“ – Kinderernährung, leicht gemacht!

Vielleicht ahnten Sie es schon: Karotten sind heutzutage out – zumindest, wenn es um die Meinung Ihres Kindes geht. Erfahren Sie, wie Sie Ihrem Spross Vitaminreiches schmackhaft machen können.

Autor: Sylvia Neubauer

Veröffentlicht: 01.09.2014 | 00:00

(© kids.4pictures - Fotolia.com)
(© kids.4pictures - Fotolia.com)

 

„Was bitteschön soll dieses „grüne Ökozeugs“ auf dem Teller?“ Kennen Sie solche Aussagen Ihres Kindes? Tatsächlich stehen Kids mit einer gesunden Lebensweise oft auf Kriegsfuß. Resignieren wäre der falsche Weg. Gerade, wenn es um das Gesundheitsverhalten der Kinder geht, sollten Sie einen langen Atem beweisen.

 

Zu viel, zu fett, zu süß, zu wenig Bewegung…

Die Kombination aus falscher Ernährung und Bewegungsmangel führt dazu, dass dem Körper kontinuierlich mehr Energie zugeführt wird, als er tatsächlich verbraucht. Dies wird im Fachjargon als positive Energiebilanz bezeichnet. Doch auch soziale Komponenten haben einen Einfluss auf die gesundheitliche Entwicklung des Kindes.

Medizinische Soziologen der Uniklinik Köln haben herausgefunden, dass Personen aus unteren, sozialen Schichten mit geringeren ökonomischen Mitteln tendenziell benachteiligt sind. Das Problem liege aber nicht nur an den finanziellen Gegebenheiten an sich, sondern vielmehr an der Lebensweise selbst. Und diese lässt sich durchwegs beeinflussen.

Warum Vorbilder wichtig sind!

Andreas Papa bekommt beim Mittagessen ständig eine „Extrawurst“ serviert – zwar nicht im herkömmlichen, jedoch im übertragenen Sinne. Denn er braucht was „G´scheites“ auf seinem Teller. Gemüse und vollwertige Kost assoziiert er nicht damit. „Mit so was brauchst du mir gar nicht erst kommen.“, gibt das „Oberhaupt“ der Familie Andreas Mama zu verstehen, wenn diese wider Willen doch mal dieses „neumodische und vollkommen indiskutable Ökozeugs“ serviert. Auch Andreas lehnt den liebevoll zubereiteten Salat zunehmend ab. Er kann nicht verstehen, wieso er sich an marinierten, grünen Blättern erfreuen soll, während sich sein geliebter Papa ausschließlich am Braten festhält.

Fakt ist: Eltern haben in Sachen Vorbildwirkung einen enormen Einfluss auf ihre Kinder. Diese Orientierungsfunktion erstreckt sich über alle Bereiche des alltäglichen Lebens – so auch auf den gesundheitlichen Part. Wenn Sie sich als Elternteil über einen knackigen Apfel erfreuen können, wird auch Ihr Sprössling gerne zubeißen.

Was braucht Ihr Kind?

Vielleicht sind Sie auch schon mal völlig ratlos vor riesigen Supermarktregalen gestanden, die eine breite Palette an bunten Auswahlmöglichkeiten eröffnen. Es stellt sich die Frage: Wie sollte der Speiseplan für ein Kind konkret aussehen?

• Gesunde Ernährung – wozu? Kinder haben einen hohen Bedarf an aufbauenden Nährstoffen. Speziell der Bedarf an Eiweiß, dem Baustoff für Zellen und Gewebe, ist im Wachstum erhöht. Auch Vitamine und Mineralstoffe sind zur Aufrechterhaltung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit unerlässlich.

• Womit? Die Nährstoffversorgung sollte größtenteils auf natürlichem Wege erfolgen. Sprich: Die als gesund titulierten „Kindernahrungsmittel“, wie Vitaminzuckerl und Fruchtzwerge können eher als Süßigkeit, denn als hochwertiges Produkt angesehen werden. Hingegen darf Ihr Kind reichlich Gemüse- und Obstportionen, sowie Vollkorn- und Milchprodukte zu sich nehmen. 1 – 2 Mal pro Woche sollte Fisch, die beste Quelle für Jod und Omega-3-Fettsäuren, auf dem Speiseplan stehen. Mageres Fleisch und Wurstwaren darf es 2 – 3 Mal pro Woche geben.

• Flüssigkeit ist wichtig! Interessant zu wissen: Ein Flüssigkeitsmangel von nur 2% führt bereits zu einer deutlichen Abnahme der Leistungsfähigkeit. Bei der Auswahl der Getränke heißt es „Aufpassen“: Limonaden und Softdrinks entsprechen häufig der Kalorienanzahl einer ganzen Mahlzeit. Besser: Mit Mineralwasser verdünnte Säfte und ungesüßte Tees.

• Süßigkeiten nicht ganz verbannen: Und wie sieht es mit Süßigkeiten aus? Müssen Schoki, Kekse und Co dem Kind gänzlich verwehrt werden? Müssen Sie nicht! Verbote machen Lebensmittel nur noch interessanter. Entscheidend dabei ist: Bieten Sie Süßes nicht als Belohnung an. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind eine „Wochenration“ an Süßigkeiten. So muss es darum nicht kämpfen. Als Faustregel gilt: 1 kleine Portion Süßigkeit pro Tag. Als Maßstab für die Portionsgröße dient die Handgrube ihres Kindes.

Kleine Tricks für große Gemüsemuffel

Ihr Kind lehnt Gesundes partout ab? Probieren Sie doch folgende Tricks aus:

• Integrieren Sie Ihr Kind in den Kochalltag: Eltern scheuen sich angesichts des drohenden Chaos davor, die Kleinen in die Kochaktivitäten mit ein zu beziehen. Trotzdem: Kinder wollen ihren eigenen Teil zum Ganzen beitragen. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es den Salat waschen und das Gemüse klein schneiden kann.

• Bringen Sie Farbe in die Jausenbox: Peppen Sie die Jausenbox Ihres Kindes mit gesunden Naschereien auf. Ein paar Trockenfrüchte, eine Hand voll Nüsse oder klein geschnittene Apfelscheiben bieten Abwechslung und werden gerne angenommen.

• Ein „Trick-Buffet“ aufbauen: Schnipseln Sie Obst und Gemüse in kleine, mundgerechte Stücke und richten Sie die geschnittenen Vitaminbomben auf einem Teller dekorativ an. Verlieren Sie nicht allzu viele Worte über die angebotene Zwischenmahlzeit, sondern positionieren sie selbige auf einen für die Kinder gut einsehbaren Platz. Wetten, die Snacks finden bald den einen oder anderen Abnehmer?

• Essen für alle Sinne: Kleinere Kinder freuen sich über Gurkenscheiben, die zu einer Schlange wachsen. Auch Radieschenmäuse, geschnitzte Gesichter und Männchen zaubern aus dem ungeliebten Gemüse einen Augen- und Gaumenschmaus. Sprösslinge älterer Jahre, freuen sich über Früchtespieße und Gemüsestifte. Dazu ein Dipp aus Topfen, Kräutern, Salz und Pfeffer und der Gemüseprotest gehört der Vergangenheit an.

• Oft probiert ist halb gewonnen: Geben Sie sich nicht gleich geschlagen, wenn Ihr Kind eine Obst- oder Gemüsesorte partout ablehnt. Variieren Sie und probieren Sie verschiedene Sorten aus. Die Geschmacksvorlieben Ihres Kindes ändern sich mit der Zeit und somit auch das Lebensmittel-Repertoire. Hier heißt es: Geduld haben!

• Knüpfen Sie an die Geschmacksvorlieben Ihrer Kinder an: Lieblingsgerichte lassen sich auf gesunde Weise abwandeln. Die gesunde Variante für Eis: Füllen Sie hochwertige Fruchtsäfte in Eisförmchen aus Kunststoff. Auch püriertes Obst aus Beeren oder Steinobst lässt sich hervorragend zu Gefrorenem verwerten. Einige Stunden ins Tiefkühlfach und fertig ist das selbstgemachte Eis am Stiel. Auch der heiß geliebten Pizza kann mit einem Boden aus Vollkornteig und reichlich Gemüseauflage das Prädikat „gesund“ verliehen werden.

• Ganz wichtig: Zelebrieren Sie gemeinsame Mahlzeiten: Versuchen Sie möglichst oft darauf zu achten, dass Ihre Familie bei Tisch zusammenkommt. Bei einem leckeren Essen können die wichtigsten Highlights des Tages ausgetauscht werden. Und was dem Bauch gut tut, freut auch die Seele.

 

Pepe Assistant

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